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12.01.2015

16:31 Uhr

IT-Neuemission

Online-Speicherdienst Box bleibt zögerlich

Die Zeiten für Anbieter von Online-Speicherdiensten werden schwieriger. Internet-Giganten bestimmen das Geschäft. Den Pionier Box zieht es nun doch auf den Aktienmarkt. Die Neuemission ist aber noch nicht gesichert.

Das Logo von „Box“ auf dem Display eines Smartphones: Der Online-Speicherdienst ist zurückhaltend beim Börsengang. dpa

Das Logo von „Box“ auf dem Display eines Smartphones: Der Online-Speicherdienst ist zurückhaltend beim Börsengang.

San FranciscoDer Online-Speicherdienst Box zeigt sich bescheiden bei seinen Börsenplänen. Box will bei der Aktienplatzierung bis zu 187 Millionen Dollar einsammeln und geht dabei von einem Firmenwert von über 1,5 Milliarden Dollar aus.

Das geht aus am Wochenende veröffentlichten Unterlagen bei der Börsenaufsicht SEC hervor. Allerdings war Box bei der vergangenen Finanzierungsrunde im Juli laut Medienberichten mit 2,4 Milliarden Dollar deutlich höher bewertet worden.

Box, gegründet 2005, gehört zu den Pionieren von Online-Speicherdiensten, muss sich jedoch einem breit angelegten Vormarsch der Internet-Riesen in das Geschäft stellen. Für diese Rivalen wie Microsoft oder Google sind Speicherdienste nur ein Element der Produktpalette und werden von ihnen deshalb sehr günstig bis kostenlos angeboten.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Box steckt tief in den roten Zahlen. In den Ende Oktober abgeschlossenen ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gab es einen Verlust von gut 129 Millionen Dollar bei 153,8 Millionen Dollar Umsatz. Die Firma hatte den Börsengang bereits im vergangenen März angekündigt, dann jedoch für Monate auf Eis gelegt. Box hatte sich in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Dollar bei Investoren besorgt.

Von

dpa

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