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11.03.2004

08:05 Uhr

Käuferstreik in Deutschland belastet den Sektor

Anleger warten auf die Konsumwende

VonRalf Drescher

Die Ausgangslage schien gut: anziehende Konjunktur, Steuererleichterungen, bessere Verbraucherstimmung. Für die Aktien deutscher Konsumunternehmen sollte 2004 das Jahr der Wende sein. Doch zweieinhalb Monate nach Neujahr warten Anleger weiter auf kurstreibende Nachrichten aus dem Einzelhandel. Nach dem miserablen Weihnachtsgeschäft, dessen Bilanz der Handel Anfang der Woche zog, sind die Einschätzungen gedämpft. Ebenso gedämpft sind die Aussichten für Konsumwerte – abgesehen von einigen Ausnahmen.

DÜSSELDORF. Erfahrungsgemäß spricht der Konjunkturzyklus für Einzelhandelsaktien. In vergangenen Aufschwungphasen zogen die Indikatoren für das Konsumentenvertrauen und in der Folge der private Verbrauch stets an, wenn die Geschäftserwartungen der Unternehmen ihren Höhepunkt erreicht hatten. „Konsumtitel sind klassische Nachläufer“, bestätigt Christian Schindler, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Erst wenn sich der Konjunkturaufschwung verfestige und auf den Arbeitsmarkt durchschlage, folge der private Verbrauch den Unternehmensinvestitionen nach oben. Auf diesen Effekt haben auch schon viele Anleger spekuliert und die Kurse von Konsumtiteln in den vergangenen Monaten kräftig in die Höhe getrieben.

Aber vor dem zweiten Halbjahr rechnen Experten – zumindest in Deutschland – nicht mit einer Wende im Käuferverhalten: „Die Aussichten für Konsum-Werte sind nach wie vor nicht gerade positiv“, sagt Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg. (LBBW). Die Lage am Arbeitsmarkt bleibe schlecht, und die starke Konsumzurückhaltung der Deutschen dürfte ihrer Meinung nach noch einige Zeit anhalten. Die Steuerreform habe ihre Wirkung bisher verfehlt, sagt Ambrus: „Ich glaube, dass das Hickhack um die Steuerreform und die Gesundheitsreform die Stimmung eher noch verschlechtert haben.“

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