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23.05.2011

13:44 Uhr

Kapitalerhöhung

Commerzbank wird zum Schnäppchen

VonReuters , Jörg Hackhausen

Die Aktie der Commerzbank hält die Investoren in Atem. Zuerst rauschte der Kurs in die Tiefe, dann ging es wieder aufwärts. Wer Nerven hat, steigt jetzt ein.

Verlockendes Angebot? Noch greifen viele Anleger bei der Commerzbank-Aktie nicht zu. Quelle: dpa

Verlockendes Angebot? Noch greifen viele Anleger bei der Commerzbank-Aktie nicht zu.

DüsseldorfWer ganz unten angekommen ist, für den kann es eigentlich nur noch aufwärts gehen. Dennoch können sich die Anleger nicht recht entscheiden, was sie von der geplanten Kapitalerhöhung der Commerzbank halten sollen. Unmittelbar nach Handelsstart am Montag sackte der Kurs zwar um fünf Prozent ab. Das wiederum lockte Schnäppchenjäger an - die Aktie erholte sich etwas. Aktuell notiert sie bei hohen Umsätzen gut drei Prozent im Minus bei 3,82 Euro. Allein in der ersten Handelsstunde wechselten Aktien im Wert von 70 Millionen Euro den Besitzer.

Am Vorabend hatte die Commerzbank Details ihrer Kapitalerhöhung bekanntgegeben. Die Bank will rund 5,3 Milliarden Euro einnehmen. Sie gibt 2,44 Milliarden neue Aktien zu einem Kurs von 2,18 Euro aus. Der Ausgabepreis liegt 45 Prozent unter dem Freitagsschlusskurs von 3,95 Euro. Die Aktionäre können von Dienstag an für elf alte Aktien zehn junge Aktien beziehen.

Normalerweise kommt eine Kapitalerhöhung in dieser Größenordnung bei Altaktionären nicht gut an, weil diese fürchten müssen, dass ihre Anteile verwässert werden. Die Ankündigung der Kapitalerhöhung hatte die Aktie in den vergangenen Wochen belastet – im April kostete sie noch mehr als sechs Euro.

Während der Zeichnungsfrist der Bezugsrechte - vom 24. Mai bis zum 1. Juni - dürfte die Aktie noch nicht zur Ruhe kommen. Michael Rohr von Silvia Quandt Research taxiert den Wert des Bezugsrechts auf 84 Cent. Der um den rechnerischen Wert des Bezugsrechts bereinigte Kurs (TERP) liegt knapp über drei Euro. Er gilt als Berechnungsgrundlage für den Abschlag bei der Kapitalerhöhung.

Was den Aktionären blüht

Was kommt auf die Aktionäre zu?

Alle Commerzbank-Aktionäre erhalten von der Bank ein Schreiben, zu welchen Konditionen die Kapitalerhöhung stattfinden wird. Wie das Institut gestern Abend mitteilte, kosten die neuen Aktien 2,18 Euro. Jeder Aktionär erhält das Recht pro elf alte Aktien zehn neue Aktien zu erwerben. Das Bezugsrecht endet am 6. Juni.

Was bedeutet eine Teilnahme?

Wenn Aktionäre ihren Anteil am Grundkapital der Commerzbank stabil halten wollen, weil sie an einen Erfolg der Bank glauben, müssen sie bei der Kapitalerhöhung mitmachen. Diese Option wird ihnen durch den kräftigen Abschlag auf den Aktienkurs versüßt, der rund 45 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag betragen wird. Die Aktie ging mit 3,95 Euro aus dem Handel. Der Abschlag ist damit größer als derjenige, den die Deutsche Bank bei ihrer Kapitalerhöhung im Herbst 2010 bieten musste.

Was unterscheidet diese Kapitalerhöhung von der im April?

Diesmal weiß der Anleger vorher, zu welchem Preis er die neuen Aktien erwerben kann. Und er hat ein verkäufliches Bezugsrecht. Bei der Transaktion im April hatten die Aktionäre dagegen nur ein Erwerbsrecht für neue Aktien erhalten. Das bedeutet, sie konnten dieses Recht nur ausüben oder es verfallen lassen. Ein Verkauf des Erwerbsrechts war praktisch nicht möglich. Außerdem wussten die Anleger nicht vorab, zu welchem Preis die neuen Aktien platziert würden. Sie hätten also die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen müssen. Das gilt mit als Grund dafür, weshalb nur 22 Prozent der Altaktionäre mitzogen.

Was bedeutet ein Verzicht?

In dem Fall verringert sich der Anteil des Aktionärs am Grundkapital der Bank deutlich. Im Fachjargon spricht man von einer "Verwässerung". Die Zahl der Aktien wird sich nämlich in diesem zweiten Schritt beinahe verdoppeln. Verzichtet der Anleger auf die Kapitalerhöhung, kann er aber immerhin seine Bezugsrechte an den neuen Aktien über die Börse verkaufen. Zu welchem Preis, das entscheiden Angebot und Nachfrage. Der theoretische Wert der Bezugsrechte dürfte bei 84 Cent liegen.

Was machen die Großaktionäre?

Der Bund will seinen Anteil von 25 Prozent und einer Aktie behalten und wird sich mit rund 1,35 Milliarden Euro beteiligen, indem er stille Einlagen in Aktien umtauscht. Die Allianz, die beim ersten Teil der Kapitalerhöhung nicht mitzog, hat angekündigt, beim zweiten Teil der Kapitalerhöhung all ihre Bezugsrechte auszuüben. Dadurch hält sie ihren Anteil, der im ersten Schritt auf 4,85 Prozent verwässert wurde, diesmal stabil. Der Versicherer Generali wird dagegen nicht teilnehmen.

Was bedeutet das für den Kurs?

Aktien und Bezugsrechte werden ab dem 24. Mai getrennt voneinander gehandelt. Sobald das geschieht, wird der Aktienkurs sich in etwa um den Wert der Bezugsrechte verringern. Beim aktuellen Stand hieße das, dass er auf gut drei Euro fällt.

Kommentare (6)

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aruba

23.05.2011, 14:29 Uhr

Guten Tag;.... Ach was,.... das ist noch gar nix. In Bruessel gibt es eine Verbrechervereinigung Namens Dexia ,... gefuehrt von einem Lumpen Namens Mariani ( Berater und Ex Sekretaer von Sarkozy ) Der Kurs kommt von 24 und wir sind jetzt bei 2,5. Da muessen die Idioten bei der Commerzbank aber noch ganz schoen ackern,.... Oder ?. Besten Dank

Account gelöscht!

23.05.2011, 18:09 Uhr

Geschenkt noch zu teuer?
Das Managment von der Spitze an zielt nur auf rationalisierte Abwicklung von Massengeschäft. Drückerkollonen vertreiben margenstarke Produkte an Jedermann, ob es passt oder nicht. Qualifizierte und individuelle Beratung fehlanzeige. Anspruchsvolle Kunden drehen der Bank den Rücken. Das Mittelstandsgeschät funktioniert noch gut, weil Wettbewerber angezählt sind. Aber auch hier nur noch Massenabfertigung. Die Lehren aus Spread Ladder Swaps etc. sind nicht gelernt. Verschachtelte Produkte für Privatkunden sind zwar margenstark riskieren auf Dauer aber die Kundenbasis, weil diese Kunden keine Rendite erzielen können. Die Margen der Bank sind viel zu hoch.
Mit solch einem Geschäftsmodell risikiert man die treue Kundenbasis. Wo soll da das Gewinnpotential der Zukunft stecken.
Das Managmenet hat auch beim Kauf der Dresdner Bank versagt. Bloße Eitelkeit des Underdog hat zum Kauf der Dresdner Bank geführt, kein klares Geschäftsmodell, kein strategischer Expansionsplan. Zu hoher Preis, zu hohe Verschuldung, zuviel Kundenüberschneidung. Die Krise der Bank liegt nicht in der Finanzkrise sondern am schlechten Management. Eitelkeit ist nun einmal ein schlechtes Kaufmotiv. Inzwischen hat man die Ertragsquellen der Dresdner Bank gezielt hinausgedrängt, Assets under Managment verloren. Aber einen Berg Schulden angehäuft und einen Großaktionär gewonnen, der so bald keinen Ausstieg findet, da der Wert der Aktie systematisch in den Keller gedroschen wird.
Wer diese Kapitalerhöhung mitgeht sollte auf das Managment der Bank erheblich Einfluß die Bank so auszurichten, dass nachhaltig Geld verdient werden kann. Auf dem aktuellen Kurs wird die Bank dies nicht erreichen. Schade.

nobody_understand

23.05.2011, 19:49 Uhr

Ihr versteeeeeht das net! Nun blasen ... alle auch noch ins Negativhorn! Was heißt das immer: voll zugreifen, kaufen. Kaufen. Kaufen. In ungewisser Zeit Millionär werden!!

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