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03.06.2014

18:14 Uhr

Kapitalerhöhung

Deutsche Bank muss hohen Preis zahlen

Eine Kapitalerhöhung gibt es nicht zum Nulltarif - das bekommt die Deutsche Bank zu spüren: Beim Bezugspreis für neue Aktien muss das Geldinstitut den Anlegern wohl einen hohen Abschlag bieten.

Die Kapitalerhöhung kommt, doch die beiden Co-Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, müssen dafür auch Kompromisse eingehen. ap

Die Kapitalerhöhung kommt, doch die beiden Co-Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, müssen dafür auch Kompromisse eingehen.

FrankfurtDie Deutsche Bank muss den Anlegern bei ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung offenbar ein ganzes Stück entgegenkommen. Mehrere Marktteilnehmer sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, der Bezugspreis für die neuen Aktien dürfte zwischen 21,00 und 21,50 Euro liegen. Das wäre am unteren Ende der Erwartungen der Bank und ergäbe einen Abschlag von rund 30 Prozent auf den letzten Schlusskurs vor Ankündigung der Kapitalmaßnahme. Die Bank will bis zu 300 Millionen neue Papiere ausgeben und spekuliert bis Ende Juni auf einen Erlös von rund 6,3 Milliarden Euro. Am Dienstag markierten die Anteilsscheine mit 29,18 Euro zeitweilig ein neues Jahrestief.

Die Deutsche Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Das Geldhaus gibt Details der öffentlichen Platzierung voraussichtlich am Mittwoch bekannt. Insgesamt hat die Kapitalmaßnahme ein Volumen von rund acht Milliarden Euro. Ein Scheich aus Katar steigt als neuer Großaktionär ein und hatte sich bereits im Mai Aktien für 1,75 Milliarden Euro gesichert. Auch er will seine Bezugsrechte jetzt ausüben.

Diese Banken haben die beste Kernkapitalquote

Platz 8

Crédit Agricole (Frankreich) – 9,0 Prozent

Kernkapitalquote nach Basel III ausgewählter Banken, 1. Quartal 2014, Quellen: Bloomberg, Thomson Reuters

Platz 7

Deutsche Bank – 9,5 Prozent

Platz 4

Bank of America (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

JP Morgan (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

Barclays (Großbritannien) – 9,6 Prozent

Platz 3

BNP Paribas (Frankreich) – 10,6 Prozent

Platz 2

HSBC (Großbritannien) – 10,8 Prozent

Platz 1

UBS (Schweiz) – 13,2 Prozent

Mit dem frischen Kapital wollen die beiden Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen nicht nur die bislang vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufpolstern. Das Geld soll auch in den Ausbau des Investmentbankings fließen, wo die Deutsche Bank insbesondere im Anleihehandel - den etliche europäische Rivalen wegen der hohen regulatorischen Anforderungen eindampfen - wieder angreifen will. In der Frage, ob Jains Wette aufgeht, zeigten sich Deutsche-Bank-Investoren zuletzt gespalten. Sie begrüßten aber durchweg, dass die Bank ihr Kapitalthema nachhaltig zu lösen versucht.

Von

rtr

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