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14.08.2015

14:30 Uhr

Kapitalerhöhung

Tesla will weitere 140 Millionen einsammeln

Der Autobauer Tesla will sich mehr Geld bei Investoren holen. Ursprünglich sollten 2,1 Millionen neue Aktien ausgegeben werden, jetzt werden es fast 2,7 Millionen. Das Geld soll in Zukunftsprojekte des Konzerns fließen.

Tesla-Chef Elon Musk will noch mehr in seine Zukunftsprojekte investieren. AFP

Tesla weitet Kapitalerhöhung aus

Tesla-Chef Elon Musk will noch mehr in seine Zukunftsprojekte investieren.

Palo AltoDer Elektroautobauer Tesla will sich mehr frisches Geld bei Investoren besorgen als zunächst geplant. Am Freitag teilte die Firma mit, die erst am Vortag angekündigte Kapitalerhöhung um gut 140 Millionen Dollar (126 Mio Euro) auszuweiten.

Statt 2,1 Millionen sollen jetzt 2,69 Millionen neue Aktien zum Kauf angeboten werden. Damit steigt der Erlös von ursprünglich mindestens 500 auf mehr als 640 Millionen Dollar.

Das Geld soll in Zukunftsprojekte wie die Batteriefabrik „Gigafactory“ und den Ausbau des Ladestationen- und Vertriebsnetzes fließen. Tesla-Chef Elon Musk will selbst Anteilsscheine für 20 Millionen Dollar kaufen.

Die Firmen von Elon Musk

Zip 2

Als das Internet massentauglich wurde, gründeten Elon Musk und sein Bruder Kimbal die Firma Zip 2, ein durchsuchbares Firmenverzeichnis – damals eine Innovation. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Millionen Dollar, Musk erhielt 22 Millionen Dollar.

X.Com

Musk dachte schon länger darüber nach, wie man mit einer Online-Bank die Finanzbranche umkrempeln könnte. Er engagierte die besten Programmierer und gründete 1999 mit dem Großteil des Verkaufserlöses von Zip2 X.Com. Die Firma experimentierte mit radikalen Konzepten und ermöglichte etwa den Versand von Geld per E-Mail.

Paypal

Auch andere entwickelten ein Bezahlsystem fürs Internet – etwa das Start-up Confinity mit seinem Dienst Paypal. Erst konkurrierten X.com und Confinity, dann schlossen sie sich zusammen. Eine große Finanzierungsrunde ermöglichte weiteres Wachstum, 2002 übernahm Ebay den Dienst für 5,1 Milliarden Dollar. Musk erhielt davon 165 Millionen Dollar.

Space X

Mit dem Geld konnte Musk seine Faszination für den Weltraum ausleben. Die erträumte Marsmission war zunächst unrealistisch, der Unternehmer ließ sich aber 2002 davon überzeugen, eine günstige Rakete zu entwickeln. Heute bietet Space X tatsächlich Raumflüge zu deutlich günstigeren Konditionen an als etwa Boeing oder Lockheed Martin.

Tesla Motors

Das bekannteste Musk-Projekt ist Tesla, auch wenn andere die Firma gründeten und der Macher erst 2004 mit seinem Geld dazu stieß. Zunächst nahm in der Autobranche niemand die Idee eines reinen Elektrofahrzeuges ernst, dank der Ingenieursleistung von Tesla ist das jetzt anders. Bei allem Erfindergeist ist die börsennotierte Firma immer noch nicht profitabel.

Solar City

Weil Solarzellen teuer waren, gründeten Lyndon und Peter Rive 2006 die Firma Solar City. Sie produzierte selbst keine Module, sondern finanzierte die Anlage vorab, so dass die Kunden sie nicht auf einen Schlag bezahlen mussten. Ihr Cousin Elon Musk stieg als Investor ein und war größter Anteilseigner. Die Firma gehört zu den größten Anbietern von Solarzellen in den USA. Im November 2016 stimmten die Aktionäre Musks Plan zu, Solar City durch den Autobauer Tesla übernehmen zu lassen.

Hyperloop

Als Musk vom Eisenbahnsystem enttäuscht war, ersann er eine Alternative: Transportkapseln sollen durch Druckluftröhren schießen und so auch lange Strecken in kurzer Zeit bewältigen. Mehrere hochrangige Ingenieure von Space X und Tesla erarbeiteten ein Konzept. Derzeit ist eine Verbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas geplant. Kosten: mehr als 8 Milliarden Dollar.

Tesla ging im Juni 2010 an die Börse – als erster US-Automobilhersteller seit einem halben Jahrhundert. Damals hatte der Elektroauto-Pionier 226 Millionen Dollar von Anlegern eingesammelt. Weiteres Geld kam im Mai 2013 in die Kassen: Tesla hatte Aktien und Anleihen im Wert von 1,08 Milliarden US-Dollar auf den Markt gebracht und damit unter anderem einen staatlichen Kredit in Höhe von 465 Millionen US-Dollar bezahlt. Weitere 2,3 Milliarden US-Dollar hatte sich das Unternehmen 2014 geliehen und damit eine Batteriefabrik im amerikanischen Rheno finanziert.

Dass Tesla sich erneut auf den Kapitalmarkt wagt, kommt wenig überraschend. Der Elektroauto-Pionier ist tiefer in die roten Zahlen gerutscht und braucht für die Expansion des Geschäfts mehr Geld. Pläne zur Markteinführung des Sportwagens Model X und zum Bau der Fabrik verschlingen viel Kapital. Eine erst kürzlich ausgehandelte Kreditlinie über 500 Millionen Dollar könne auf 750 Millionen ausgeweitet werden, erläuterte Finanzchef Deepak Ahuja 5. August. Das reiche für die geplanten Investitionen in die Werke in Kalifornien und Nevada.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

14.08.2015, 15:06 Uhr

Das wird eine schöne Pleite. Über das Jahr und Monat streitet man noch.

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