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04.06.2014

11:09 Uhr

Kapitalerhöhung

VW nach Ausgabe von Vorzugsaktien unter Druck

Der Wolfsburger Autoriese Volkswagen beschafft sich mehr Geld. Mithilfe einer Kapitalerhöhung will VW die Übernahme des Lkw-Bauers Scania stemmen. Die Übernahmefinanzierung lässt die VW-Aktien zunächst sinken.

Volkswagen wirbt um Anleger: Den Scania-Eignern hatte VW die Übernahme ihrer Anteilsscheine zum Preis von je 200 schwedischen Kronen angeboten. dpa

Volkswagen wirbt um Anleger: Den Scania-Eignern hatte VW die Übernahme ihrer Anteilsscheine zum Preis von je 200 schwedischen Kronen angeboten.

FrankfurtVolkswagen hat durch die Ausgabe neuer Vorzugsaktien zwei Milliarden Euro für die vollständige Übernahme des Lkw-Bauers Scania eingesammelt. 10,47 Millionen Papiere seien zu 191 Euro je Aktie platziert worden, teilte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung will der Wolfsburger Konzern die Komplettübernahme des schwedischen Lkw-Bauers Scania finanzieren, die sich VW insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro kosten lässt. Der Abschlag zum Schlusskurs vom Dienstag betrug 2,4 Prozent. Zum Handelsstart am Mittwoch gab die VW-Aktie 1,5 Prozent auf 192,75 Euro nach und war damit der größte Verlierer im Dax.

Analysten hatten wiederholt kritisiert, dass VW Übernahmen auch durch Vorzugsaktien finanziert, obwohl der Konzern aus ihrer Sicht über genügend liquide Mittel verfügt. Ende März hatte der Autobauer im Kerngeschäft 17,7 Milliarden Euro in der Kasse. An Barmitteln steuert VW vermutlich 1,7 Milliarden Euro bei, während drei Milliarden Euro zur Finanzierung der Übernahme bereits durch die Ausgabe einer Hybridanleihe beschafft wurden.

Die Wolfsburger wollen eine schlagkräftige Allianz aus Scania und ihrer zweiten Lkw-Tochter MAN schmieden, die es mit führenden Anbietern wie Daimler und Volvo aufnehmen kann. Dazu benötigen sie den vollen Durchgriff bei Scania. Dies ist nach schwedischem Recht erst ab 90 Prozent der Anteile möglich. VW hatte den Scania-Eignern die Übernahme ihrer Anteilsscheine zum Preis von je 200 schwedischen Kronen angeboten. Erst im zweiten Anlauf schafften die Wolfsburger die nötige 90-Prozent-Mehrheit, um die ungeliebten Minderheitsaktionäre aus dem schwedischen Traditionsunternehmen zu drängen. Zuletzt kontrollierte VW gut 98 Prozent von Scania.

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Die Ausgabe der neuen Vorzugsaktien hat Volkswagen am Mittwoch ans Dax-Ende gedrückt. Die Titel notierten in der Spitze zwei Prozent niedriger bei 191,80 Euro. 10,47 Millionen Papiere wurden zu 191 Euro je Aktie platziert. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet erwartet jedoch nur eine kurzfristige Belastung des Aktienkurses, da die Kapitalerhöhung von den Investoren erwartet worden sei. Aus seiner Sicht bleibt VW unter anderem aufgrund der im Vergleich attraktiven Bewertung der Sektor-Favorit.

Von

rtr

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