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21.10.2011

00:00 Uhr

Keine Erfolgsgarantie

Immobilienaktien sind kein so sicherer Hafen

VonReiner Reichel

Wohnungs- und Büromakler betonen in Krisenzeiten stets die sichere Anlage in das sogenannte Betongold, in Immobilien. Doch erfolgversprechend ist das in diesem Jahr nicht.

Die Schuldenkrise hat Einfluss auf die Versorgung der Immobilienfirmen mit Krediten. dapd

Die Schuldenkrise hat Einfluss auf die Versorgung der Immobilienfirmen mit Krediten.

DüsseldorfWenn es an den Finanzmärkten turbulent wird, so wie jetzt, schlägt die Stunde der Wohnungs- und Büromakler. Ihr Argument: Eigentum an Grund und Boden bietet Sicherheit. Da liegt es nahe, mit Aktien von Immobiliengesellschaften Ruhe ins Depot zu bringen, denn die sind in Beton und Steine investiert. Doch Erfolg verspricht das nur in Ausnahmefällen. Kaum eine deutsche Immobiliengesellschaft hat in diesem Jahr besser abgeschnitten als der Index, in dem sie notiert ist: M- und S-Dax liegen zwölf bis 15 Prozent im Minus.

„In unruhigen und nervösen Börsenzeiten nimmt die Korrelation zwischen Immobilienaktien und Finanztiteln zu. Gleichzeitig schwanken die Kurse der Immobilienaktien dann stärker“, sagt Ilga Haubelt, die einen Immobilienaktienfonds der Union Investment verwaltet. Investoren befürchten, unter Druck geratende Banken würden den Immobilienunternehmen den Geldhahn zudrehen. Für Michael Voigtländer, Immobilienexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, eine reale Gefahr: „Eine Eskalation der Schuldenkrise kann die Kreditversorgung der Immobilienwirtschaft gefährden“, sagte er kürzlich auf der Konferenz „Initiative Immobilienaktie“.

Immobilienaktien: (Fast) nur Kursverluste

Immobilienaktien

(Fast) nur Kursverluste

Eigentlich sollte jetzt die Stunde der Immobilienmärkte schlagen. Turbulenzen an der Börse, also ist Eigentum gefragt. Doch die meisten Aktien von Immobiliengesellschaften schneiden schlechter ab als der Markt.

Folgerichtig haben es hochverschuldete Unternehmen wie die IVG und die Gagfah zurzeit an der Börse besonders schwer. Der Büroimmobilieninvestor IVG, der sich bei seinem Prestigeobjekt „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen vollkommen verkalkuliert hat, ist heute nicht einmal halb so viel wert wie am Jahresanfang. Gleichzeitig setzt ein weiterer Effekt ein: „Je höher die Verschuldung ist, desto höher ist der Kursabschlag zum Nettovermögenswert“, beobachtet Expertin Haubelt. Das Immobilienvermögen minus Schulden ergibt den Nettovermögenswert, in der Branche gemeinhin englisch NAV abgekürzt. Die Gebäude der Immobilien-AGs werden üblicherweise ein- bis zweimal im Jahr bewertet, so dass ihre Werte weit weniger schwanken als die Aktienkurse.

Keine Regel ohne Ausnahme: In diesem Fall heißt sie - zumindest was die Kursentwicklung betrifft - Patrizia Immobilien und handelt mit Wohnungen. „Wir sind erkennbar auf dem Weg der Entschuldung“, begründet Patrizia-Finanzvorstand Arwed Fischer den Erfolg an der Börse. Die Augsburger kommen von der Mini-Eigenkapitalquote 17 Prozent, haben nun 25 Prozent und wollen sich im nächsten Jahr zu 35 Prozent aus eigenen Mitteln finanzieren.

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