Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.02.2017

17:45 Uhr

Kinnevik

Großaktionär lässt Aktie von Rocket Internet purzeln

Der schwedische Investor Kinnevik hat sich am Mittwochabend von der Hälfte seiner Rocket Internet-Aktien getrennt. Man habe eine Gelegenheit genutzt, erklären die Schweden. Die Aktie des deutschen Konzern bricht ein.

Nach dem Teilausstieg des schwedischen Investors ging es für die Aktie steil nach unten. Reuters, Sascha Rheker

Rocket Internet

Nach dem Teilausstieg des schwedischen Investors ging es für die Aktie steil nach unten.

Frankfurt, StockholmNach dem Teilrückzug von Rocket-Internet-Großaktionär Kinnevik verlieren auch die anderen Anleger Vertrauen in den Berliner Startup-Investor. Die Aktie brach am Donnerstag bis zu 17 Prozent auf 17,65 Euro ein. Der schwedische Risikokapitalgeber Kinnevik, einer der ersten Rocket-Investoren nach der Firmengründung 2007, hatte am Abend davor überraschend die Hälfte seines Aktienpakets von 13,2 Prozent auf den Markt geworfen und knapp 210 Millionen Euro damit erlöst. Die 10,9 Millionen Aktien wurden zu 19,25 Euro platziert - zehn Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch. Man habe eine Gelegenheit genutzt, erklärte Kinnevik-Interimschef Joakim Andersson dazu im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters kurz und knapp. „Wir wollen unsere Ressourcen auf weniger Unternehmen im Portfolio konzentrieren.“

Kinnevik war nicht nur der zweitgrößte Aktionär von Rocket, beide haben gemeinsam auch direkt in zahlreiche Unternehmen investiert: die Möbelhändler Home24 und Westwing etwa, oder die Global Fashion Group (GFG), in der Rocket seine Beteiligungen an Internet-Modehändlern gebündelt hat. Der Teilausstieg habe dafür keine Konsequenzen, sagte Andersson.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

Auf neue Engagements von Kinnevik in Rocket-Beteiligungen darf der Berliner Investor aber wohl nicht hoffen. Rocket habe sich verändert und investiere nun in reifere Firmen statt wie am Anfang in Startups, sagte der Kinnevik-Chef, der im Dezember Lorenzo Grabau unerwartet abgelöst hatte. „Wir sind so etwas wie Konkurrenten geworden... deshalb haben wir uns ein bisschen von Rocket distanziert.“ Rocket-Finanzvorstand Peter Kimpel sagte Reuters: „Wir arbeiten auch weiterhin bei den Beteiligungen zusammen, die uns gemeinsam gehören.“

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Baron v. Fink

23.02.2017, 18:50 Uhr

Rocket Internet-Aktien sind Blender vor dem Herrn. So kann man reich werden
aber nicht der Aktionär. Ha Ha Ha

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×