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08.02.2013

13:36 Uhr

Klage angedroht

Apple-Aktionäre wollen an den Geldtopf

Hedge-Fonds-Manager David Einhorn will Bares sehen und verklagt Apple. Der Konzern überlegt nun, wie er die Aktionäre an den 137 Milliarden beteiligen kann. Die Apple-Aktie hat auf die Klage rasant reagiert.

Apple-Logo in San Francisco. Aktionäre wollen an die Barreserven von Apple. dapd

Apple-Logo in San Francisco. Aktionäre wollen an die Barreserven von Apple.

New YorkMittwochabend kurz vor Börsenschluss ist die Apple-Aktie nach oben geschnellt. Gut drei Prozent fester bei 468 Dollar ging die Aktie des wertvollsten Börsenunternehmens der Welt aus dem Handel. Am Donnerstag geht die Rally mit einem Plus von mehr als einem Prozent weiter. Für die Aktie könnte damit ein Abwärtstrend gebrochen werden, der bereits seit September 2012 anhält.

Grund für den Anstieg ist die Klage des Hedge-Fonds-Managers David Einhorn, der als Aktionär von Apple mehr Geld sehen will. Viele Börsianer scheinen zu hoffen, dass Einhorn sich durchsetzen kann: Sein finanzkräftiger Hedgefonds Greenlight Capital ist ein großer Apple-Anteilseigner mit 1,3 Millionen Aktien, die nach aktuellem Stand gut 600 Millionen Dollar wert sind (448 Millionen Euro).

Einhorn startete seinen Vorstoß am Donnerstag mit Auftritten bei US-Fernsehsendern sowie einem Brief an die anderen Anteilseigner. „Es ist Euer Geld“, schrieb er. Parallel dazu reichte er seine Klage beim Bezirksgericht in Manhattan ein. Mit dem juristischen Schachzug will er verhindern, dass Apple es durch eine Satzungsänderung erschwert, verzinste Vorzugsaktien auszugeben.

Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

Platz 10

Chevron

Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 9

Nestle

Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

Branche: Konsumgüter

Platz 8

IBM

Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 7

Microsoft

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 6

General Electric

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Mischkonzern

Platz 5

Wal-Mart

Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

Branche: Handel

Platz 4

PetroChina

Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 3

Berkshire Hathaway

Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

Branche: Investment

Platz 2

Exxon Mobil

Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 1

Apple

Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Berechnung

Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

Apple reagierte am Nachmittag (Ortszeit) mit einer Stellungnahme und erklärte, man werde den Vorschlag von Einhorn zur Ausgabe von Vorzugsaktien „gründlich prüfen“. Apple hat mehrere Möglichkeiten um das Geld in die Taschen der Aktionäre fließen zu lassen.

Zum einen könnte Apple, wie von Einhorn gefordert, Vorzugsaktien ausgeben. Eigentümer solcher Aktien würden eine höhere Dividende kassieren, hätten aber kein Stimmrecht. Insbesondere für Investoren, die sich nicht am Kurs des Unternehmens beteiligen wollen eignen sich solche Vorzugsaktien. Das hätte auch einen steuerrechtlichen Vorteil: Apple müsste sein Vermögen nicht aus dem Ausland in die USA überweisen. Bei diesem Schritt wäre nämlich Steuern auf die Gewinne fällig.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Andere Investoren bevorzugen dagegen eine allgemeine Dividendenerhöhung für alle bereits ausgegebenen Aktien. So würden alle bisherigen Apple-Eigner gleich profitieren. Das Stimmrecht bliebe erhalten. Diese Variante bevorzugt unter anderem Michael Scanlon von der Vermögensverwaltungsgesellschaft John Hancock. Hancock verwaltet 3,5 Milliarden Dollar. Außerdem geht Scanlon von einem verstärkten Aktienrückkaufprogramm aus. Eine Vielzahl von Aktionären will beides: eine höhere Dividende und einen verstärkten Aktienrückkauf.

Erst im März vergangenen Jahres hatte der Konzern unter seinem neuen Chef Tim Cook einen Kurswechsel vollzogen und angekündigt, nach 17 Jahren überhaupt wieder eine Dividende zu zahlen. Zudem startete Apple einen Aktienrückkauf. Durch die beiden Aktionen sollen binnen drei Jahren 45 Milliarden Dollar an die Anteilseigner gehen; knapp 10 Milliarden davon sind bereits geflossen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

08.02.2013, 16:00 Uhr

Schade, dass die APPLE-Aktie zum Zockerpapier wird. Also weg damit!

Goodie

08.02.2013, 17:08 Uhr

Wenn ich als Firmenteilhaber am großen Erfolg (Gewinn) eines Unternehmens beteiligt werde, wieso bin ich dann ein Zocket? Gerade Firmen mit guten Erträgen und erfolgsversprechenden Zukunftsperspektiven sind zur Anlage optimal. Mein Fazit: kaufen!

minima

08.02.2013, 17:21 Uhr

08.02.2013, 13:36 Uhr
"Gut drei Prozent fester bei 468 Dollar ging die Aktie des wertvollsten Börsenunternehmens der Welt aus dem Handel."

Sicher? Am 25.01.2013 war es noch Exxon.

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