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12.01.2006

10:44 Uhr

Klima für Neuemission günstig

Air Berlin will bald an die Börse

VonMatthias Eberle

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin plant noch vor der Sommerpause den Gang an die Börse (IPO). Die Vorbereitung für die Emission sei bereits weit fortgeschritten, erfuhr das Handelsblatt aus Bankenkreisen.

FRANKFURT. Ein Air-Berlin-Sprecher sagte, man halte sich diese Option „natürlich offen“ und werde weiter von Banken beraten. Das Unternehmen verspüre aber keinen Zeitdruck, den Börsengang bereits in den nächsten Monaten anzugehen.

Als Indiz für die inzwischen konkreten Pläne gilt die Umwandlung des Unternehmens, das bisher als Kommanditgesellschaft firmierte, in eine Kapitalgesellschaft britischer Rechtsform (plc.) zum 1. Januar 2006. Der Air-Berlin-Sprecher bestätigte auf Anfrage die Maßnahme: „Wir stellen uns europäisch auf und erschließen uns neue Finanzierungsmöglichkeiten.“

Insgesamt soll die Emission bis zu 700 Mill. Euro einspielen, hieß es in Bankenkreisen. Damit würde Air Berlin zu den größeren Börsengängen 2006 zählen. Im Vorjahr gab es in Deutschland mit dem Bezahlsender Premiere, der Heimwerkerkette Praktiker und dem Turbinenhersteller MTU lediglich drei Neuemissionen mit einem Volumen von mehr als 500 Mill. Euro.

Morgan Stanley und die Commerzbank sollen den Börsengang betreuen. Die Mandatsvergabe kommt für Branchenkenner überraschend, weil Air Berlin bisher sehr eng mit der UBS zusammengearbeitet hat. Die Berliner Airline, die innerhalb weniger Jahre vom Charter-Anhängsel deutscher Reisekonzerne zu einer führenden Kraft in Europas Billigflugmarkt aufgestiegen ist, fliegt jetzt neben Ferienzielen häufiger europäische Metropolen an.

Wegen der anziehenden Kurse halten Finanzmarktexperten das Klima für Börsengänge zwar für günstig. Potenzielle Investoren sahen aber bisher einen Hemmschuh darin, dass das Unternehmensgebilde Air Berlin kaum zu durchschauen ist. Inzwischen sollen die Beraterbanken eine klarere Struktur durchgesetzt haben, hieß es in Unternehmenskreisen.

Geschäftsführer Joachim Hunold ist mit fünf Prozent an Air Berlin beteiligt, weitere Anteile halten die Privatinvestoren Kim Lundgren, Hans-Joachim Knieps, Severin und Rudolf Schulte, Werner Huehn sowie Johannes Zurnieden.

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