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07.07.2011

00:00 Uhr

Kokskohle

JSW startet gut an Warschauer Börse

VonMathias Brüggmann

Polen verkauft seine 30 Prozent a Europas größtem Kokskohle-Produzenten JSW und kann so seinen Schuldenabbau vorantreiben. Die Warschauer Börse kann damit seine Vormachtstellung in Osteuropa ausbauen.

Eine Kohlemine von JSW (Jastrzebska Spolka Weglowa). Quelle: Reuters

Eine Kohlemine von JSW (Jastrzebska Spolka Weglowa).

WarschauMit dem Börsenstart des größten europäischen Kokskohle-Produzenten baut Warschaus Börse seine Vormachtstellung in Osteuropa weiter aus. Jastrzebska Spolka Weglowa (JSW), der größte Produzent der zur Stromerzeugung verwendeten Steinkohle-Sorte, hat gestern an seinem ersten Handelstag an der Warschauer Börse zeitweilig mit einem drei Prozent über dem Ausgabepreis notiert. Im Tagesverlauf setzte sich der Trend nicht fort. Damit knüpft die größte Volkswirtschaft der osteuropäischen EU-Staaten an ihr erfolgreiches Privatisierungsprogramm an.

Der polnische Staat erlöste durch den Verkauf von 39,5 Millionen JSW-Aktien - einem guten Drittel der gesamten Anteilsscheine - 5,4 Milliarden Zloty (1,4 Milliarden Euro). Der Emissionskurs von 136 Zloty lag in der Mitte der Preisspanne von 114 bis 146 Zloty. Damit habe das für die Verwaltung des Staatsvermögens zuständige Schatzamt bereits 77 Prozent der für dieses Jahr durch Privatisierungen eingeplanten 15 Milliarden Zloty eingespielt, sagte Schatzminister Aleksander Grad gestern beim Börsengang. "Der erfolgreiche IPO widerlegt zudem die negativen Vorurteile, die über Polens Kohlesektor verbreitet werden", sagte Grad.

Das 26. IPO in diesem Jahr

JSW ist der vierte an Warschaus Börse GPW notierte Kohlekonzern. Polen erzeugt mehr als 90 Prozent seines Stroms aus Braun- und Steinkohle. Laut Grad würden die JSW-Papiere bis zum Dezember in den Leitindex WIG 20 aufgenommen.

Für die GPW war der Börsengang des Kokskohle-Riesen bereits der 26. IPO in diesem Jahr. Inzwischen werden Aktien von 417 polnischen und osteuropäischen Unternehmen an der GPW gehandelt. Warschaus Börse, deren Aktien seit November 2010 selbst an der GPW gelistet sind, hat inzwischen längst Wien den Rang als führendem Handelsplatz in Mitteleuropa abgelöst.

Laut einer Mitteilung der GPW waren die ersten sechs Monate 2011 das erfolgreichste Halbjahr in ihrer Geschichte: Das durchschnittliche Handelsvolumen stieg um 28,4 Prozent auf 127,7 Milliarden Zloty gegenüber dem Vorjahr. Auch polnische Aktien entwickeln sich gut: Binnen eines Jahres hat der Leitindex WIG20 um 22,9 Prozent zugelegt. Polen, das derzeit die Ratspräsidentschaft der EU inne hat, war das einzige EU-Land, das die weltweite Wirtschaftskrise ohne Rezession durchlebt hat.

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