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29.08.2011

14:37 Uhr

Kommentar

Misstrauensvotum

VonOliver Stock

Lanxess-Chef Axel Heitmann hat fast alle Aktien seines Unternehmens verkauft. Er hat das Recht dazu. Aber nicht alles, was recht ist, ist auch richtig.

Oliver Stock, Handelsblatt Pablo Castagnola

Oliver Stock, Handelsblatt

DüsseldorfLanxess hat rund 14500 Mitarbeiter. Jeder von ihnen sorgt jeden Tag dafür, dass der Spezialchemiekonzern seinen Rang in der Welt behauptet. Nur der oberste von ihnen gibt nach außen das Signal, dass er an die Zukunft des Unternehmens nicht wirklich glaubt. Axel Heitmann hat mal eben 95 Prozent seiner Aktien am Unternehmen verkauft. Hätten Sie als Mitarbeiter da nicht ein paar Fragen an den Chef?

Vielleicht gehören Sie sogar zu jenen Mitarbeitern, die zusammengenommen ein Prozent der rund 83 Millionen Aktien halten, die auf dem Markt zu kaufen sind. Sie teilen dann Ihr Leid mit zahlreichen Kleinanlegern und vor allem mit Großinvestoren, die sich an den guten Kennzahlen in den vergangenen Monaten gefreut haben und im Vertrauen darauf, Miteigentümer eines gesunden Unternehmens zu sein, vielleicht sogar Anteilsscheine nachgekauft haben. Sie alle hat der Lanxess-Chef vergangene Woche ärmer gemacht, als er ohne mit der Wimper zu zucken seine Verkaufsorder gab. Als Aktionär wäre ich nicht gut zu sprechen auf den Chef.

Als Kunde könnte ich mit der Schulter zucken. Eigentlich. Ich kann mir sagen: Hauptsache die Qualität stimmt, was gehen mich die Drehungen und Wendungen im Management an? Ich kann mich aber auch fragen, bei was für einem Laden ich meine Ware eigentlich bestelle, wenn dessen oberster Vertreter dem Unternehmen offensichtlich ein Misstrauensvotum ausstellt. Was weiß der Mann, was ich nicht weiß? Ich bin nicht sicher, ob ich mich auf so einen Lieferanten verlassen würde.

Natürlich. Der Deal war legal. Aber Heitmann hat Lanxess keinen Gefallen getan. Er hat alle Interessengruppen rund um das Unternehmen verunsichert. Keine Frage: Jetzt muss er sich erklären, sonst kann er gehen.

Kommentare (3)

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Fat_Bob_ger

29.08.2011, 16:00 Uhr

Am Kommentar sieht man, dass in Deutschland noch nicht so lange Transparenz bei Insidergeschäften herrscht.
Sicherlich ist es kein gutes Zeichen, wenn der Chef verkauft. Anderseits gibt es viele Gründe im privaten Bereich, die einen Verkauf notwendig erscheinen lassen: finanzielle Schieflagen, Eigenheimbau, geplante Investments, steuerliche Gründe (Verlustverrechnung!)

Soll ein CEO einen Verkauf ankündigen und damit im Vorfeld schon die Kurse ins Rutschen bringen? Außerdem darf er nicht zu jedem Zeitpunkt Aktien des eigenen Unternehmens ver-/kaufen.

Wer eigenes Geld investiert hat, darf es auch wieder vom Tisch nehmen. Gerne darf der AR dem Vorstand kündigen, wenn er die 5 Jahresgehälter und die anfallenden Boni bezahlt. Arbeitsrechtlich ist der CEO da in einer hervorragenden Postition, wenn er ansonsten einen guten Job macht.

Dario.1984

30.08.2011, 12:16 Uhr

Vielleicht benötigte er Cash!?
Er hat ca. 10 Mio. € investiert, dadurch ist er sehr unflexibel was andere Investitionen angeht.

Das Unternehmen steht relativ gesund/gut da, wenn nicht in dieser Situation, wann hätte er sonst verkaufen sollen!? Vielleicht in schlechten Zeiten??

Gast

02.09.2011, 10:47 Uhr

Schlecht recherchiert, Herr Stock. Sie beginnen Ihren Artikel mit Informationen die einfach falsch sind. Hätten Sie nur einen Blick in den aktuellen H2-Bericht des Unternehmens geworfen, hätten auch Sie festgestellt, dass Lanxess 15.820 Mitarbeiter hat und nicht - wie Sie schreiben - rund 14.500.

Ihre Arbeit spigelt die stetig abnehmende Qualität des gesamten Handelsblatts (und v.a. der Online Redaktion) wider.

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