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03.02.2004

11:27 Uhr

Konzentration auf Nischen als Erfolgsrezept

Kleine Bankwerte mit großen Chancen

VonPatrick Mönninghoff (Handelsblatt)

Kaum eine Branche hat in den vergangenen zwölf Monaten so gut abgeschnitten wie die Banken – zumindest im MDax. So führten die Titel der Depfa, Aareal und Comdirect Bank mit Kursgewinnen von weit mehr als 100 % die Gewinnerliste unter den Mid-Caps klar an. Obwohl der Kurs stark gestiegen ist, zählen die Papiere weiter zu den Favoriten der Analysten. Sie halten das Geschäft der kleinen Institute für hoch profitabel.

DÜSSELDORF. Im Gegensatz zu den Branchenriesen konzentrieren sich die kleineren Anbieter auf Nischen. So bietet die irisch-deutsche Depfa die Finanzierung von staatlichen Infrastrukturprojekten an. Die ebenfalls aus der Deutschen Pfandbriefbank hervorgegangene Aareal konzentriert sich auf die Immobilienfinanzierung. Die Deutsche Industriebank (IKB) vergibt langfristige Kredite an Unternehmen, Comdirect ist die Nummer eins unter den deutschen Direktbrokern.

„Die Konzentration auf ein spezielles Produkt kann gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Vorteil sein“, sagt Jörn Kissenkötter, Analyst bei M.M. Warburg. Als bestes Beispiel gilt die Depfa Bank. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen boomt das Geschäft bei dem Institut mit Sitz in Dublin. Die Bank übernimmt für Kommunen, Gemeinden, Länder und Staaten die Finanzierung von Projekten, die sie allein nicht bezahlen können. „Momentan ist das ein echter Wachstumsmarkt“, sagt Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe. Dabei habe die Bank einen entscheidenden Vorteil. „Sämtliche Vertragspartner haben die beste Bonität“, erklärt der Anlageexperte. Da seien Kreditausfälle so gut wie ausgeschlossen.

Für die Aktie fällt das Urteil daher äußerst positiv aus. Laut der Agentur Bloomberg raten alle 13 Analysten zurzeit zum Kauf. Auch Schlienkamp, der den fairen Wert mit 130 Euro fast 10 % über dem aktuellen Kurs angibt, hält nachdem die Depfa Holding ihre letzten Anteile an den Markt gebracht und damit den Streubesitz auf 100 % erhöht hat, einen weiteren Kursanstieg für realistisch. „Mit der Platzierung der Anteile wurde die letzte potenzielle Gefahr für den Kurs genommen“, bestätigt Kissenkötter.

Bei der Aareal Bank, an der die Holding noch immer 41 % hält, steht die Platzierung noch bevor. „Ich rechne aber nicht damit, dass die Holding sich so bald von ihren Anteilen trennt“, sagt Kissenkötter. Die Titel sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 derzeit einfach zu niedrig bewertet, der Erlös für die Holding wäre zu gering.

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