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14.06.2015

13:52 Uhr

Korruptionsskandal

Soros schmeißt Petrobras aus dem Depot

Wer er eine Aktie verkauft, dann ist das meist kein gutes Omen. Jetzt hat Großinvestor George Soros sich von seinen Anteilen am brasilianischen Ölkonzern Petrobras getrennt.

Wenn der Finanzinvestor eine Aktie abstraft, hat das Signalwirkung. dpa

George Soros

Wenn der Finanzinvestor eine Aktie abstraft, hat das Signalwirkung.

Der bekannte Großinvestor George Soros hat offenbar seinen Anteil am brasilianischen Ölkonzern Petrobras verkauft, der in den größten Korruptionsskandal des Landes verstrickt ist. Das berichtet die brasilianische Zeitung „O Estado de S.Paulo“, die sich auf ein Dokument beruft, das der US-Börsenaufsicht SEC zugeschickt wurde. Demnach hat Soros seine Beteiligung im ersten Quartal veräußert. Soros äußerte sich dazu nicht.

Am Freitag sackte die Petrobas-Aktie an der Börse Sao Paulo um deutliche 1,7 Prozent ab. „Wenn Soros einen Firmenanteil verkauft, was darauf hindeutet, dass er für das Unternehmen keine guten Erwartungen hat, ist das ein sehr negatives Signal“, kommentiert Analyst Paulo Amantea vom Broker H.H. Picchioni aus Brasilien.

Was treibt die Börsen auf Rekordhoch?

Geldschwemme

Die wichtigste Triebfeder des Börsenbooms ist die Geldflut der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre ohnehin lockere Geldpolitik sogar nochmals dramatisch ausgeweitet: Seit 9. März kaufen die Währungshüter monatlich Vermögenswerte in Höhe von 60 Milliarden Euro. Ein Großteil des vielen Geldes fließt in Aktien.

Anlagenotstand

Weil die EZB gleichzeitig den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt hat, herrscht Anlagenotstand: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und Anleihen bringen kaum noch Renditen. Das treibt Anleger in riskantere Investitionen wie Aktien, aber auch in Immobilien.

Euroschwäche

Der Euro ist durch die Geldpolitik auf Talfahrt. Das hilft der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden. Aktien internationaler Unternehmen profitieren.

Unternehmensgewinne

Deutschlands Börsenschwergewichte haben schon 2014 glänzend verdient - trotz internationaler Krisen. Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung EY stieg der operative Gewinn der ersten 15 Dax-Konzerne, die Zahlen für 2014 vorlegten, um fast ein Viertel.

Nachdem der Investor mit Milliardenvermögen seinen Anteil an Petrobas im Herbst 2014 noch erhöht hatte, begann er bereits Ende 2014 zur reduzieren, wie Medien in Brasilien berichteten. Der staatlich kontrollierte Ölkonzern sorgte für den wahrscheinlich größten Korruptionsskandal der brasilianischen Geschichte. Manager des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras sollen fast zehn Jahre lang mit Zulieferern überhöhte Preise für den Bau von Raffinerien und andere Lieferungen vereinbart und dafür massive Bestechungsgelder kassiert haben.

Ein Großteil der Gelder wurde Ermittlungen der Justiz zufolge an schwarze Kassen der regierenden Arbeiterpartei PT und an fünfzig Politiker, vornehmlich Angehörige der Regierungskoalition, weitergeleitet. Drei Petrobras-Manager sowie zwei Dutzend Führungskräfte der größten Baukonzerne Brasiliens waren Ende 2014 verhaftet worden.

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