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13.05.2013

11:34 Uhr

Kräftiges Kursplus

Nordex lässt Anleger hoffen

VonRoman Tyborski

Aktien von Unternehmen aus der Öko-Branche gelten als Fass ohne Boden. Zahlreiche deutsche Solar- und Windkraftkonzerne rutschten in den vergangenen Jahren in die Insolvenz. Doch es gibt noch Hoffnung: Nordex.

Die Auftragsbücher bei Nordex sind voll. Die Windkrafträder des Hamburger Konzerns rotieren in fast ganz Europa. dpa

Die Auftragsbücher bei Nordex sind voll. Die Windkrafträder des Hamburger Konzerns rotieren in fast ganz Europa.

DüsseldorfUnternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien haben einen schweren Stand. Sinkende Subventionen und die übermächtige Konkurrenz aus China machen den Öko-Konzernen zu schaffen. Doch es scheint eine Ausnahme zu geben: Nordex.

Die Aktien des Windkraftanlagen-Herstellers stiegen am Montag in der Spitze um 6,4 Prozent auf 6,60 Euro und waren damit so teuer wie zuletzt im Juni 2011. Dabei wechselten in den ersten 45 Handelsminuten bereits fast so viele Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Im laufenden Jahr hat der Aktienkurs bereits um 107 Prozent zugelegt. Im TecDax liefert keine andere Aktie auch nur annähernd eine so starke Performance.

Analysten sind voll des Lobes: In der vergangenen Woche hatten die Analysten der Deutschen Bank ihr Kursziel für die Aktie von drei auf sechs Euro hochgesetzt. Die starke Dynamik beim Gewinn je Aktie sollte anhalten, begründete Analyst Alexander Karnick das neue Ziel in einer Studie.

Auch Analyst Sven Diermeier von Independent Research hält die Aktie für eine gute Investition. Die strukturellen und operativen Anpassungen durch den Windkraftanlagenbauer dürften zu weiteren deutlichen Ergebnisverbesserungen führen, schrieb er in einer Studie. Er empfiehlt Nordex zum Kauf.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

„Allgemein hat der Preisdruck in der Windkraftbranche nachgelassen, wovon zahlreiche Windkraftunternehmen in Verbindung mit bereits umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen jetzt profitieren“, sagt Commerzbank-Analyst Sebastian Growe. Doch ein Blick auf die Historie mahnt zur Vorsicht bei Aktien aus dem Bereich der neuen Energien. Als 2004 mit Solarworld zum ersten Mal ein deutsches Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien im TecDax Fuß fasste, sprachen Börsianer bereits von einer Zeitenwende im Technologie-Index.

In den darauffolgenden Jahren entbrannte ein wahrer Hype um die Öko-Konzerne. Bis 2007 folgten weitere sieben Photovoltaikunternehmen in den TecDax. In der Blütezeit machten die Solarwerte rund 30 Prozent der Marktkapitalisierung des „SolarDax“ aus, wie man den TecDax zu der Zeit zu nennen pflegte.

Doch die fetten Jahre sind längst vorbei. Seit 2011 befinden sich Solarworld und Co. auf dem Rückzug. Von den einst acht Solarwerten ist mit SMA Solar nur noch ein einziger Vertreter der Branche im TecDax übrig geblieben.

Auch für Nordex lief es zeitweise nicht gut: In den Jahren 2011 und 2012 konnte die Aktie ganz und gar nicht überzeugen. Von mehr als acht Euro Mitte 2011 rutschte die Aktie bis Ende 2012 unter drei Euro ab.

Kommentare (5)

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vandale

13.05.2013, 11:51 Uhr

Die Einspeisesubvention von Windstrom Land beträgt in D ca. 9,4c/kWh, See 15,5c/kWh. Der Wert des Stroms liegt als Zufallsstrom nahe 0. Das bedeutet, die gesamte Branche lebt von Subventionen.

In den USA gibt es als Subventionsvariante sog. Tax Credits. Diese Subventionen, 12 Mrd. $ letztes Jahr, werden von den Republikanern im Kongress in Frage gestellt.

In Ländern wie China und Indien werden die umweltschädlichen Windmühlen über CDM Klimasündenablasszertifikate finanziert. Teilweise sollen diese nicht einmal an das Netz angeschlossen sein.

Alles in Allem beruht die Windbranche auf diversen Subventionsmodellen. Die hohe Verschuldung in den USA und die Wirtschaftskrise in Südeuropa spricht eher dafür, dass man die Subventionen für Windstrom künftig eher senken, denn erhöhen wird.

Insofern ist das eine Hochrisikobranche.

Vandale

HofmannM

13.05.2013, 11:59 Uhr

Was helfen Aufträge, wenn diese keine Gewinn und nur Verlust abwerfen!?
Wir werden in den nächsten Monaten sehen, dass die Familie Quandt den Kursanstieg dazu nutzt, um sich Schritt für Schritt von Nordex abzuwenden. Wenn der Chinesen-Beteiligungs-Deal klappt, dann sind die Alt-Eigentümer von Nordex einen großen Schritt des Anteilsverkaufs näher gekommen.
Die Erneuerbaren Energie Investments bleiben nur für kurzeitige Zockerein ein lohnendes Geschäft. Auf die Dauer ist diese Erneuerbaren Energiebranche ein Fass ohne Boden. Für den "zur falschen Zeit eingestiegenen Investor" und für den deutschen "Steuerzahler/Stromendkunden"!

Radiputz

13.05.2013, 12:17 Uhr

Na ja, Frau Klatten hat sich bei Nordex bei einem Kurs von 21,5 eingekauft. Da müsste noch einiges passieren, um diese Niveau wieder zu erreichen.
Umgekeht wird ein Schuh draus.
Frau Klatten fährt mit BMW, Nordex und SGL Carbon eine Gesamtstrategie in Hinblick auf neue Werkstoffen.
Dazu passt natürlich Nordex genau so wie BMW.
Frau Klatten wird mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht verkaufen, sondern bleibt Ankeraktionär.

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