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22.04.2014

07:40 Uhr

Kraftwerk oder Cash

Eon-Aktionäre bekommen die Rechnung

VonJörg Hackhausen

Anleger zahlen einen hohen Preis für den Niedergang bei Eon. Die Aktie ist tief gefallen, die Dividende soll drastisch sinken. Bei der diesjährigen Ausschüttung wagt der Konzern erstmals ein neues Experiment.

Eon-Anleger müssen genau rechnen: Sie können wählen, ob sie die Dividende bar oder in Form von Aktien haben wollen.

Eon-Anleger müssen genau rechnen: Sie können wählen, ob sie die Dividende bar oder in Form von Aktien haben wollen.

DüsseldorfDer 30. April wird kein freudiger Tag für Eon-Aktionäre. Es ist der Tag, an dem sie auf der Hauptversammlung in Essen einer drastischen Kürzung der Dividende zustimmen werden. Der Konzern kann es sich nicht mehr leisten, so spendabel wie in der Vergangenheit zu sein. Statt 1,10 Euro soll es nur noch 60 Cent je Aktie geben – der Preis für einen jahrelangen Niedergang. Das ist an sich noch keine große Überraschung. Neu ist, dass die Anteilseigner erstmals wählen können, ob sie die Dividende bar oder in Form von Aktien erhalten wollen.

Die Ausschüttung in Form von Aktien, eine sogenannte Sachwertdividende, ist in Deutschland kaum bekannt. Die Telekom hat im vergangenen Jahr ein ähnliches Experiment gewagt. Für die Unternehmen hat diese Variante einen entscheidenden Vorteil: Sie schont die Kasse. „Für Eon verringert sich der Barmittelabfluss“, erklärt ein Sprecher.

Die zuverlässigsten Dividendenzahler in Deutschland

Platz 1

Fuchs Petrolub

Branche: Schmierstoffe
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 24,1 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,7 Prozent
Ausschüttungsquote: 37,6 Prozent

Platz 2

Baywa

Branche: Handel
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 11,5 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,1 Prozent
Ausschüttungsquote: 29,2 Prozent

Platz 3

Fresenius SE

Branche: Medizintechnik und Gesundheit
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 21,2 Prozent

Platz 4

Fielmann

Branche: Optiker
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 3,6 Prozent
Ausschüttungsquote: 85,1 Prozent

Platz 5

Bayer

Branche: Pharma
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 14,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,3 Prozent
Ausschüttungsquote: 35,7 Prozent

Platz 6

Linde

Branche: Industriegase
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 9,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 34,8 Prozent

Platz 7

Stratec Biomedical

Branche: Medizintechnik
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 27,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 41,7 Prozent

Platz 8

Munich Re

Branche: Versicherungen
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,7 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 4,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 46,4 Prozent

Platz 9

OHB

Branche: Raumfahrt
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 38,0 Prozent

Platz 10

SAP

Branche: Software
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,8 Prozent
Ausschüttungsquote: 30,3 Prozent

Quelle: FactSet, DZ BANK

Statt Cash werden schließlich Anteilsscheine ausgegeben. Im Fall von Eon handelt es sich um bereits bestehende, im Bestand befindliche eigene Aktien. Wenn der Plan aufgeht, kann das Geld an anderer Stelle eingeplant werden – um zu investieren oder um Löcher zu stopfen. Ob sich das für die Anleger lohnt, ist eine Frage, die direkt mit dem Strompreis zusammenhängt.

Die großen Stromkonzerne Eon und RWE haben noch keine Antwort auf die Energiewende in Deutschland gefunden. Atom- und Kohlekraftwerke waren einst Gelddruckmaschinen. Wegen der subventionierten Konkurrenz durch Ökostrom ist das heute nicht mehr so. Es gibt ein Überangebot an Strom in Deutschland. Die Strompreise am Großmarkt sind eingebrochen – und damit die Gewinne der Konzerne. Den Versorgern bleibt nichts anderes übrig, als Kraftwerke zu schließen und sich nach neuen Geschäften umzusehen, was wiederum Investitionen erfordert. Geschäftsfelder wie Energiedienstleistungen, dezentrale Blockheizkraftwerke oder Haustechnik könnten an Bedeutung gewinnen, die Verluste im Kerngeschäft aber lange nicht ausgleichen.

„Ich sehe das fast schon als Anflug von Verzweiflung vor dem Hintergrund des wegbrechenden konventionellen Geschäfts“, sagt Thomas Deser, Portfoliomanager von Union Investment. Das Unternehmen stecke mitten in der schärfsten Anpassung seiner Geschichte. Sollte der Strompreis weiter sinken, werde sich der Druck noch erhöhen. Die Fondsgesellschaft hält einen Anteil von 1,3 Prozent – und gehört damit zu den größeren Aktionären bei Eon. Man wolle sich die Dividende in bar auszahlen lassen, sagt Deser.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

22.04.2014, 10:00 Uhr

Joschka Fischer:
Die Forderung nach der Wiedervereinigung halte ich für eine gefährliche Illusion. Wir sollten das Wiedervereinigungsgebot aus der Präambel des Grundgesetzes streichen.Ein wiedervereinigtes Deutschland wäre für unsere Nachbarn … nicht akzeptabel. Das Wiedervereinigungsgebot im Grundgesetzt wäre in seiner Konsequenz ein Unglück für das deutsche Volk. Ich kann mir nicht vorstellen, welchen Vorteil die Deutschen aus einer Wiedervereinigung hätten…
Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden.”
Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.

Man sieht, wie gründlich sich diese Herrschaften schon geirrt haben. In Sachen Strom faselte Herr Özdemir
von Gigabyte... Aber immerhin trotz dieser Schoten wählen 10% unbeirrt und unbeeindruckt diese Pfeifen, wo es doch neuerdings auch in Sachen Energie eine Alternative gibt...

Account gelöscht!

22.04.2014, 10:49 Uhr

@Autor dieses Artikels:
Können Sie noch beschreiben was dies Steuerlich bedeutet?
Wann zahle ich KEST bei erhalt der Aktien oder wenn ich diese Dividendenaktien verkaufe?

Account gelöscht!

22.04.2014, 12:11 Uhr

Auf die erhaltenen Aktien ist die Abgeltungssteuer genauso zu bezahlen wie bei der Bardividende. Der Betrag wird dann vom Konto abgebucht.
Nachzulesen :http://www.wiwo.de/finanzen/vorsorge/dividendenbesteuerung-erfolgslose-flucht-vor-der-abgeltungsteuer/5647688.html

Wenn die Aktien später mit Gewinn verkauft werden sind auf die Kursgewinne selbstverständlich wieder Steuern fällig.

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