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24.05.2017

07:15 Uhr

Kreditwürdigkeit

Moody's stuft China herab

Moody's erwartet, dass Chinas Finanzkraft in den kommenden Jahren nachlassen wird, während die Verschuldung zunimmt. Daher stuft die US-Ratingagentur das Land um einen Schritt herab. Peking kritisiert die Entscheidung.

Ein Besucher des International Commerce Centre (ICC) in Hong Kong überblickt die Stadt: Die US-Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Chinas schlechter ein. AFP; Files; Francois Guillot

China

Ein Besucher des International Commerce Centre (ICC) in Hong Kong überblickt die Stadt: Die US-Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Chinas schlechter ein.

ShanghaiDie US-Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Chinas schlechter ein. Die Experten setzten am Mittwoch die Ratingnote um einen Schritt auf A1 von Aa3 herab. Der Ausblick sei stabil, teilte die Agentur weiter mit. Der Schritt spiegle die Erwartung wider, dass die Finanzkraft in den kommenden Jahren nachlassen dürfte, während zugleich die Verschuldung schrittweise zunehme.

Chinas Regierung baut die Wirtschaft derzeit um und setzt verstärkt auf den Dienstleistungsbereich. Dafür nimmt sie ein schwächeres Wachstum in Kauf. Moody's weist in diesem Zusammenhang auf die steigende Verschuldung hin. „Auch wenn der laufende Fortschritt bei den Reformen wahrscheinlich mit der Zeit die Wirtschaft und das Finanzsystem verändern, dürften sie einen spürbaren Anstieg der Verschuldung nicht verhindern, und den damit verbundenen Anstieg der Ausfallhaftung der Regierung“, hieß es.

Bis 2018 dürften die Staatsschulden auf 40 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, bis zum Ende des Jahrzehnts dürfen sie sich 45 Prozent nähern.

Gleichzeitig schrumpfe das Potenzialwachstum langsam in Richtung fünf Prozent, sagten die Experten voraus. Der Rückgang werde durch staatliche Konjunkturpakete gebremst. Die Konjunktur in China kühlt nach Jahren des Booms mit teils zweistelligen Zuwachsraten bereits seit geraumer Zeit ab. Die Regierung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft peilt für dieses Jahr ein Wachstum von 6,5 Prozent an. 2016 hatte die Volksrepublik ein Plus von 6,7 Prozent geschafft - das war der geringste Zuwachs seit 26 Jahren.

Die Regierung in Peking kritisierte die Herabstufung durch Moody's. Man überschätze die Schwierigkeiten, denen die chinesische Wirtschaft derzeit ausgesetzt sei und unterschätze die Reformbemühungen, teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit. Zudem basiere die Einschätzung auf einer unsachgemäßen Methode. Die Konjunktur werde stabil und relativ schnell wachsen. Die Schuldenrisiken für die Jahre 2018 bis 2020 würden sich nicht wesentlich von denen im Jahr 2016 unterscheiden.

Von

rtr

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