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10.03.2011

15:36 Uhr

Kurs steigt weiter

Tognum-Anleger spekulieren auf Nachschlag

24 Euro haben Daimler und Rolls Royce für den Motorenbauer Tognum geboten. Jetzt beginnt der Poker. Das Unternehmen fühlt sich unterbewertet, Anleger spekulieren auf ein höheres Gebot. Und die Aktie steigt munter weiter.

Tognum-Chef Volker Heuer (links) und Finanzvorstand Joachim Coers wollen Stärke demonstrieren. Quelle: dpa

Tognum-Chef Volker Heuer (links) und Finanzvorstand Joachim Coers wollen Stärke demonstrieren.

DüsseldorfDer Kurs des Motorenbauers Tognum steigt immer höher. Am Donnerstag legten die Papiere erneut um mehr als zwei Prozent zu und stiegen auf rund 25,50 Euro. Damit liegt der Aktienkurs über dem am Mittwoch veröffentlichten Übernahmeangebot von Rolls Royce und Daimler. Offenbar spekuliert die Börse auf einen Nachschlag der beiden Unternehmen. Gemeinsam halten sie bereits 28,4 Prozent der Anteile. Diese Beteiligung wollen sie auf mindestens 50 Prozent ausbauen und bieten dafür 24 Euro je Aktie.

Seit vergangener Woche, als erstmals über das Kaufinteresse von Daimler und Rolls Royce berichtet wurde, haben Tognum-Papiere fast 40 Prozent an Wert gewonnen. Aber auch beim Unternehmen gibt man sich damit nicht zufrieden und demonstriert Stärke: „Bei Tognum stehen alle Zeichen auf Wachstum“, sagte der im Jahresverlauf ausscheidende Vorstandschef Volker Heuer am Donnerstag in Stuttgart. Tognum verfüge auch ohne Daimler und Rolls-Royce über ausreichende Finanzen, um die geplante Expansion in den Schwellenländern und die Entwicklung verbrauchsärmerer Motoren zu finanzieren. Mit dem Autobauer und dem britischen Antriebshersteller als möglichen Partnern könne sich Tognum zwar breiter als bisher aufstellen und neue Geschäftsfelder erschließen. Mit dem Angebotspreis von 24 Euro je Aktie, der dem Emissionspreis beim Börsengang 2007 entspricht, will sich das am Unternehmen beteiligte Management aber noch nicht zufriedengeben. „Mit 27 Euro pro Aktie wären alle zufrieden“, sagte eine Person aus dem Unternehmensumfeld. Heuer gab sich dazu schmallippig und will sich erst nach Vorlage der schriftlichen Offerte äußern.

Um die Aktionäre in der Zwischenzeit bei Laune zu halten, lockt Tognum mit einer höheren Dividende. Im Vergleich zum Vorjahr soll diese um 15 Cent auf 0,50 Euro steigen. Außerdem prognostizierte der Vorstand für 2011 starkes Wachstum: Umsatz, Gewinn und Rendite würden im Zuge der weltweiten Erholung der Märkte 2011 weiter in Richtung alter Redkordmarken steigen, strichen Heuer und sein designierter Nachfolger, Finanzchef Joachim Coers, heraus. Der Umsatz werde im laufenden Jahr um mindestens zehn Prozent zulegen.

Von den im Boomjahr 2008 erreichten Höchstständen ist Tognum allerdings auch nach der jüngsten Geschäftserholung noch ein ganzes Stück entfernt. Der vor allem mit schnelllaufenden Dieselmotoren für Baufahrzeuge, Kräne, Züge, Notstromaggregate sowie Panzer und Schiffe erwirtschaftete Umsatz erhöhte sich 2010 nur moderat um 1,4 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro, 2008 waren es noch 3,13 Milliarden Euro. Als Dividende hatten die Aktionäre damals 70 Cent je Anteilsschein kassiert.

Die Aktie dagegen nimmt ihre bisherigen Höchststände gerade ins Visier. Kurz nach dem Börsengang im Jahr 2007 stieg das Papier auf 26,20 Euro, ehe es rasant bis auf sieben Euro bergab ging.

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