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21.01.2005

07:03 Uhr

Kurs verliert zwischenzeitlich fast 4 Prozent

MLP-Aktie gerät erneut ins Visier von Homm

Der Hedge-Fonds-Manager Florian Homm meldet sich beim Versicherungsmakler MLP zurück. Am Donnerstag drückten seine pessimistischen Aussagen den Aktienkurs des Heidelberger Finanzdienstleisters um fast 4 Prozent.

k/mm FRANKFURT/M. Homm, der seine Geschäfte von Mallorca aus führt, bestätigte gegenüber dem Handelsblatt, dass er „short“ gegangen ist. Das heißt, er hat geliehene Aktien abgestoßen, in der Hoffnung sie später günstiger zurückkaufen zu können.

„Wir glauben, dass die operativen Gewinne von MLP 2005 erheblich fallen werden“, sagte Homm. Andere Geschäftsbereiche könnten die Einbußen bei Lebensversicherungen wegen des Wegfalls des Steuerprivilegs nicht wettmachen, argumentiert er. Sollte MLP nicht mehr als Wachstumsstory angesehen werden, wäre ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 angemessener als das aktuelle KGV von 25 bis 30. „Die Aussagen von MLP zur betrieblichen Altersvorsorge und zum Private Banking überzeugen mich nicht“, sagte Homm. Um das fehlende Geschäft mit den Lebensversicherungen auszugleichen, will MLP andere Formen der Altersvorsorge weiter ausbauen und auch wohlhabende Kunden gezielter betreuen.

Mit seiner jüngsten Attacke wettet der Spekulant Homm, der nach eigenen Angaben mit seinem Hedge-Fonds insgesamt 400 Mill. Euro verwaltet, nicht zum ersten Mal gegen die MLP-Aktie. Bereits im Jahr 2002 hat der ehemalige Merrill-Lynch-Analyst Studien über angebliche Bilanztricks von MLP in Umlauf gebracht und damit den Aktienkurs abstürzen lassen.

Auch der Autoverleiher Sixt und die Beteiligungsgesellschaft WCM zählten in der Vergangenheit zu den Spekulationsobjekten Homms. Auslöser für die Kurs-Abstürze waren jedes Mal Analystenstudien, die die Homm nahe stehende United Zurich Finance in Umlauf brachte. Im Fall Sixt hat die Finanzaufsicht Bafin im vergangenen Jahr wegen Kursmanipulation eine Geldbuße gegen Homm verhängt. In den vergangenen Monaten hat sich der Großneffe des verstorbenen Versandhaus- Gründers Josef Neckermann vor allem als Großinvestor beim angeschlagenen Fußballklub Borussia Dortmund ins Rampenlicht gebracht, an dem er aktuell 26 Prozent hält.

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