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25.01.2013

17:40 Uhr

Kurseinbruch

Solarworld-Aktie fällt Richtung Pennystock

Solaraktien bleiben ein heißes Eisen. Die Aktie des deutschen Marktführers Solarworld ist um rund 30 Prozent eingebrochen. Der Konzern hatte gravierende Einschnitte angekündigt. Anleger reagierten geschockt.

Aktientafel in Frankfurt. Die Aktie der Solarfirma Solarworld bricht ein. dpa

Aktientafel in Frankfurt. Die Aktie der Solarfirma Solarworld bricht ein.

BonnDie Aktie von Solarworld ist am Freitag abgestürzt. Das Papier im Freitagshandel bis zu 33 Prozent, den Handel beendete die Aktie mit einem Minus von 31,25 Prozent bei 1,10 Euro - ein Kurssturz von gut 50 Cent. Die Krise der Solarbranche bringt das einstige Vorzeigeunternehmen finanziell immer stärker in Bedrängnis.

Am Donnerstagabend hatte das Unternehmen mitgeteilt, angesichts der wettbewerbswidrigen Marktbedingungen gehe der Vorstand davon aus, dass „gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft, insbesondere den ausgegeben Anleihen und Schuldscheindarlehen notwendig sind“.

Auch andere Werte aus dem Solarsektor gerieten unter Druck. So büßte die Aktie der SMA Solar zunächst zwei Prozent ein, konnte sich aber bis zum Handelsschluss ins Plus arbeiten. Die Titel des Solarzulieferers Wacker Chemie gaben um 2,2 Prozent nach.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Schuldenschnitt wird wahrscheinlicher

Details zu konkreten Maßnahmen und Einschnitten bei Anleihen und Schuldscheinen wurden zunächst nicht genannt. Wolfgang Hummel, Experte beim Zentrum für Solarmarktforschung, sagte am Freitag: „Für uns sprechen die Indizien für einen notwendig werdenden Gläubigerverzicht von Banken und Anleihegläubigern im Zuge einer tiefgreifenden Sanierung.“

Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen gingen am Freitag auf Talfahrt. Die Solarworld-Anleihen mit den Laufzeiten bis 2016 und 2017 fielen jeweils um mehr 40 Prozent und beendet den Handel mit einem Minus von 34 und 30 Prozent. Schuldenschnitt hin oder her, die Gläubiger werden jetzt schon kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen.

Kommentare (9)

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sailing

25.01.2013, 10:11 Uhr

deutsche Solarunternehmen (Modulhersteller), Firmen ohne wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell. Nichts Neues oder?

Mazi

25.01.2013, 10:41 Uhr

Nichts Neues?

Sie schreiben hier über das Job-Wunder der GRÜNEN. Gehen Sie etwa davon aus, dass das alles nur heiße Luft war?

Eines wird es mit Sicherheit:
Es war die teuerste heiße Luft, die wir je hatten.

Es muss ganz dringend die Politikerkorruption in unser Strafgesetzbuch aufgenommen werden. Aber wer sollte es machen und wie sollte es gemacht werden? Die Abgeordneten des Bundestages nehmen, offensichtlich begründet, eine Verweigerungsposition in dieser Sache ein.

Seit 2003 wird dies von der Bundesrepublik eindringlich von internationaler Seite gefordert. Aktuell stehen wir in diesem Punkt auf der Stufe mit Syrien.

Weg-mit-dem-EEG

25.01.2013, 10:48 Uhr

Das kommt davon, wenn man ewig auf Suventionen setzt. Das kommt davon, wenn die PV-Branche die Politik schlecht berät und sich auf kosten der Stromverbraucher die Taschen voll machen will. Prominenter Vertreter dieser Solarindustrie ist neben Solarworld auch die Fa. SMA. Ihr ehemaliger Vorstandsvorsitzender Cramer war als Ober-Verbandslobbyist des BSW aktiv an dieser Täuschung der Politik über Jahre hinweg maßgeblich beteiligt. Ihre Schäfchen haben sie natürlich schon längst im Trockenen.

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