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21.01.2008

16:42 Uhr

Kurseinbruch

Top-Manager kaufen weiter

VonChristian Schnell

Zumindest bis vergangenen Freitag ließ der Kurseinbruch seit Jahresbeginn die Top-Manager am deutschen Aktienmarkt kalt. Das Signal bis dahin war eindeutig: Kaum ein Vorstand verkaufte Aktien. Stattdessen nutzten viele Vorstände und Aufsichtsräte die jüngste Marktschwäche für Zukäufe. So gab das Insider-Barometer ein eindeutiges Kaufsignal für den gesamten Aktienmarkt.

FRANKFURT. Lediglich bei drei der insgesamt 160 Unternehmen aus den Indizes Dax, MDax, TecDax und SDax haben Vorstände und Aufsichtsräte in den letzten beiden Wochen Aktien verkauft, zusammen für nicht einmal 100 000 Euro. Stattdessen hat eine weitaus größere Zahl die jüngste Marktschwäche genutzt, um die Aktienbestände am eigenen Unternehmen aufzustocken. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking für das Handelsblatt berechnet, stand zuletzt bei 148 Punkten und gab damit ein eindeutiges Kaufsignal für den gesamten Aktienmarkt.

„Ein Indiz dafür ist auch, dass zuletzt die Insiderkäufe zahlenmäßig deutlich die der Verkäufe überstiegen haben“, sagt Olaf Stotz von der Fifam. Die Aktienorders der Unternehmensinsider gelten gewöhnlich als aussagekräftiger Indikator für die weitere Marktentwicklung, weil diese in ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen ihren Wissensvorsprung gegenüber der breiten Masse der Anleger zur weiteren Firmenentwicklung einfließen lassen. Das Insider-Barometer selbst signalisiert derzeit, dass die Top-Manager in den nächsten drei Monaten wieder mit steigenden Kursen rechnen.

Die mit Abstand auffälligsten Aktiendeals der letzten beiden Wochen kamen von Hypo Real Estate (HRE). Für über zwei Mill. Euro haben insgesamt sieben Top-Manager, darunter Vorstandschef Georg Funke, am vergangenen Dienstag und Mittwoch Aktien gekauft. Just am Dienstag wurde bekannt, dass HRE überraschend hohe Abschreibungen von 390 Mill. Euro auf ein amerikanisches Wertpapierportfolio vorgenommen hat. Die Aktie brach in der Spitze um 37 Prozent ein, der zweithöchste Tagesverlust, den es jemals bei einem Dax-Wert gegeben hat. Rund zwei Mrd. Euro an Börsenwert waren am Ende des Tages vernichtet.

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