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19.08.2011

16:32 Uhr

Kurseinbruch

Umbaupläne lassen HP-Aktie abstürzen

Die Pläne von Hewlett-Packard-Chef Léo Apotheker zum Umbau des Computerherstellers haben den Aktienkurs rasant in den Keller stürzen lassen. Die PC-Produktion des Unternehmens steht derweil vor dem Aus.

Wollte mit seinen Plänen ursprünglich vor allem kritischen Anlegern entgegenkommen: HP-Chef Léo Apotheker. dapd

Wollte mit seinen Plänen ursprünglich vor allem kritischen Anlegern entgegenkommen: HP-Chef Léo Apotheker.

Palo AltoDer deutsche Hewlett-Packard-Chef Léo Apotheker hat mit seinen Umbauplänen für den weltgrößten PC-Hersteller einen dramatischen Kurssturz ausgelöst. Im frühen New Yorker Handel radierten die Anleger binnen einer Viertelstunde mehr als ein Fünftel des Firmenwerts aus. Apotheker will sich vom PC-Geschäft trennen und steckt stattdessen Milliarden in den Kauf eines britischen Software- Spezialisten. Zugleich kapituliert Hewlett-Packard im Wettbewerb bei Smartphones und Tablet-Computern: Geräte mit dem eigenen mobilen Betriebssystem webOS werden nicht mehr produziert.

Die Aktie stürzte sofort nach Marktöffnung ins Bodenlose. In der ersten halben Stunde verlor sie 22,20 Prozent auf 22,96 Dollar, bis sich der Fall abbremste. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg war dies der stärkste Einbruch der HP-Aktie seit 31 Jahren. Ein Grund für die Kurseinbruch war, dass der Konzern mit den Umbau-Ankündigungen auch abermals die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr kappen musste. Dabei wollte Apotheker mit seinen Plänen zur Gewinnmaximierung gerade die unzufriedenen Anleger beglücken. Sie forderten schon lange, dass HP die margenschwache PC-Produktion auf den Prüfstand stellt.

Für das PC-Geschäft werden nun alle Optionen inklusive einer völligen oder teilweisen Abspaltung oder eines Verkaufs geprüft, wie Hewlett-Packard am Donnerstag mitteilte. Es geht dabei um den größten Geschäftsbereich von HP. Im vergangenen Quartal fuhr die Sparte mit 9,6 Milliarden Dollar fast ein Drittel der Konzernumsätze ein.

Allerdings ist das Geschäft deutlich ertragsschwächer als andere Bereiche. HP will sich zwölf bis 18 Monate Zeit lassen für die Prüfung aller Optionen. „Es kann in verschiedene Richtungen gehen“, sagte Deutschland-Geschäftsführer Volker Smid der dpa.

Kommentare (1)

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heinrich

19.08.2011, 21:54 Uhr

Ich frage mich, ob Leo Apotheker der richtige CEO für HP ist.
Klar, daß er als ehemaliger SAP Manager nun bei HP Software entwickeln will. Ich habe erhebliche Zweifel an einer derartigen Stategie. Was ist denn mit HP´s erstklassigen Servern? Stattdessen sollen nun auch von HP moderne Spielzeuge kommen?

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