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10.04.2006

16:40 Uhr

Kursfeuerwerk bei größtem Börsengang seit 2004

Wacker beschert Anlegern hohe Zeichnungsgewinne

Der bayerische Chemiekonzern Wacker hat am Montag ein gelungenes Debüt an der Börse gegeben. Der größte Börsengang in Deutschland seit 2004 bescherte den Anlegern am ersten Handelstag deutliche Zeichnungsgewinne.

HB FRANKFURT/MAIN. Der erste Kurs des Börsenneulings lag am Montag bei 90 Euro und damit deutlich über dem Emissionspreis von 80 Euro. Bis zum Nachmittag stieg der Kurs weiter auf 93,08 Euro. Das Papier war mehr als 18-fach überzeichnet. Vorstandschef Peter-Alexander Wacker zeigte sich erfreut über das große Interesse der Investoren.

Er sehe den Erfolg des Börsengangs auch als Beleg dafür, dass der Markt die Unternehmensstrategie das langfristigen profitablen Wachstums schätze. Mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Mrd. Euro einschließlich Mehrzuteilungsoption war es der größte Börsengang seit der Emission der Postbank-Aktie im Jahr 2004.

Der 1914 gegründete Chemiekonzern, der am Kapitalmarkt mit rund vier Mrd. Euro bewertet wird, gilt als heißer Kandidat für den Nebenwerteindex MDax. „Zu 90 Prozent dürfte Wacker bereits im Juni in den MDax einziehen“, sagte ein Indexexperte.

Mit dem Geld will das Chemieunternehmen in Wachstumsbereiche investieren. Dazu gehört nach Unternehmensangaben der Aufbau der Produktionskapazitäten in China, die Errichtung einer neuen Produktionsanlage für Polysilicium in Burghausen sowie Kapazitätserweiterungen im Geschäftsbereich Siltronic. Zudem sollen Verbindlichkeiten durch den Rückkauf des Sanofi-Aventis-Anteils an Wacker Chemie abgelöst werden. Der Emissionspreis lag am oberen Ende der Preisspanne von 70 bis 80 Euro.

Wacker wagte mehr als 90 Jahre nach der Unternehmensgründung den Gang auf das Börsenparkett. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft bleibt mit 55,64 Prozent an Wacker Chemie beteiligt. Ursprünglich hatte ein Tochterunternehmen, der Chiphersteller Siltronic, 2004 an die Börse gehen sollen. Der IPO wurde jedoch kurzfristig abgesagt; als Grund wurde damals die Verunsicherung der Aktienmärkte nach dem Terroranschlag in Madrid am 11. März genannt.

Schwerpunkt des Chemieunternehmens ist die Verarbeitung von Silizium zu einer Vielzahl anorganischer Produkte für die Hightech-Industrie. Die Produkte kommen unter anderem in der Solarindustrie, bei elektronischen Gütern sowie in der Pharma- und Pflegemittelindustrie zum Einsatz. 2005 steigerte das Unternehmen, das über 3 500 Produkte in über 100 Ländern vertreibt, seinen Umsatz um zehn Prozent auf 2,76 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern verdoppelte sich auf 260,9 Mill. Euro. Wacker beschäftigt weltweit 14 400 Mitarbeiter.

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