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05.01.2010

11:35 Uhr

Kursraketen

Totgesagte Aktien feiern ein Comeback

VonChristian Schnell

Besonders stark gebeutelte Titel setzten Analysten der Citigroup im Februar 2009 auf eine fiktive Partyliste der Überlebenden. Jetzt zählen sie zu den größten Gewinnern. Extreme Zocker, die auf die „Hero or Zero“-Strategie gesetzt haben, profitieren jetzt von ihrer einsamen Lust am Risiko.

Erst der staatliche Rettungsschirm, dann der Überraschungserfolg an der Börse: Die Aktie der Commerzbank feierte ein Comeback - wie viele andere totgeglaubte Papiere. dpa

Erst der staatliche Rettungsschirm, dann der Überraschungserfolg an der Börse: Die Aktie der Commerzbank feierte ein Comeback - wie viele andere totgeglaubte Papiere.

FRANKFURT. Was zum damaligen Zeitpunkt als Scherz gedacht war, entpuppte sich im Nachhinein als Empfehlung mit den größten Gewinnchancen. Eine Gästeliste für die „Survivors Party 2009-2010“ haben die Analysten der Citigroup im Februar des Jahres erstellt. Aktien, die zu Anfang des Jahres 2010 ein Comeback feiern könnten. Just zu einer Zeit, da die Märkte völlig am Boden lagen, als kaum noch einer Aktien kaufte, und die großen Indizes täglich ein Stück weiter abrutschten, kamen sie mit einer Liste von Aktien, die erst recht keiner haben wollte.

Und das mit gutem Grund. Banken wie die Commerzbank, die Postbank, die Royal Bank of Scotland, Barclays oder die belgische Dexia galten zu jener Zeit als so angeschlagen, dass längst nicht klar war, ob nicht manch ein Institut noch den Weg gehen musste, den Monate vorher Lehman Brothers antrat, nämlich in die Insolvenz. Aber auch von außerhalb des Finanzsektors waren bekannte Namen mit ähnlich schlechtem Leumund vertreten. Infineon, Alcatel-Lucent, Renault und British Airways gehörten dazu.

Hopp oder top, Riesengewinn oder Totalverlust lautete das Motto. „Die Hero-or-Zero-Strategie ist extrem“, gab selbst Adrian Cattley zu, einer der Autoren der Studie. Heute haben die wenigen, die damals die Verlierer-Aktien gekauft haben, wohl den Gewinn ihres Lebens gemacht.

Beispiel Infineon: Die Aktie des Münchener Halbleiterherstellers war zum Tiefststand Anfang März auf heute unglaubliche 0,34 Euro abgerutscht. Der Abstieg aus dem Dax war die unabwendbare Folge, die baldige Insolvenz schlossen Analysten nicht aus. Mittlerweile ist die Aktie das Zehnfache des damaligen Kurses wert, sogar die Marke von vier Euro hat man im September geschrammt. Nach halbjähriger Abstinenz ist sie auch wieder im Dax vertreten. Optimisten wie Jerome Ramel, Analyst bei BNP Paribas, halten inzwischen gar die Marke von fünf Euro für die Aktie in den kommenden Monaten für machbar.

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