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03.05.2011

13:49 Uhr

Kursrutsch nach Quartalszahlen

Metro-Aktionäre finden Geiz nicht mehr geil

Der Handelskonzern Metro hat kräftig gespart und seinen Gewinn gesteigert. Den Anlegern reicht das nicht. Sie haben genug von Sparprogrammen und verkaufen die Aktie.

Der Handelskonzern Metro, zu dem auch die Elektronikkette Saturn gehört, fährt dank seinesstrikten Sparkurses höhere Gewinne ein. Der Umsatz stagniert allerdings. Quelle: dpa

Der Handelskonzern Metro, zu dem auch die Elektronikkette Saturn gehört, fährt dank seinesstrikten Sparkurses höhere Gewinne ein. Der Umsatz stagniert allerdings.

FrankfurtGeiz ist geil. Jahrelang hat der Elektronikhändler Saturn mit diesem Spruch geworben. Inzwischen wurde der Slogan leicht abgewandelt. Ob das daran lag, dass die Kunden die Aufforderung etwas zu wörtlich genommen haben, ist nicht überliefert. Klar ist nur, dass die Kundschaft mit ihrem Geld zuletzt sehr sparsam umgegangen ist. Der Umsatz des Handelskonzerns Metro, zu dem neben den gleichnamigen Großmärkten auch Media Markt und Saturn, die Real-SB-Warenhäuser und die Warenhauskette Kaufhof gehören, legte zuletzt kaum zu.

Das wiederum sorgt auf Seiten der Aktionäre für Zurückhaltung. Nach den am Dienstag präsentierten Quartalszahlen verkauften sie die Metro-Aktie. Der Kurs fiel um mehr als drei Prozent auf 47,90 Euro. In diesem Jahr ist das Papier damit schon um über zehn Prozent gefallen. Der Dax hat im selben Zeitraum rund acht Prozent gewonnen.

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gar nicht mal schlecht aus: Im ersten Quartal stieg der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren zwar um 6,6 Prozent auf 145 Millionen Euro. Doch das lag vor allem an einem strikten Sparprogramm. Den Anlegern reicht das nicht mehr. Sie wollen sehen, dass das Unternehmen wieder aus eigener Kraft wachsen kann; dazu muss der Umsatz steigen.

Im laufenden Jahr erwartet Metro ein Umsatzplus in der Größenordnung von vier Prozent und einen Gewinnanstieg von rund zehn Prozent. Und auch dieses Ergebnis ist wohl nur dann drin, wenn alles gut läuft. Es sei noch nicht absehbar, welche Auswirkungen die Katastrophe in Japan und die Konflikte im arabischen Raum sowie die anhaltende Schuldenkrise in Teilen Europas auf die weltweite Konsumstimmung haben würden, hatte Metro selbst eingeräumt.

Insgesamt lasse sich die Geschäftsdynamik nur schwer beurteilen, erklärte Nicolas Champ, Analyst von Nomura. „Positiv entwickelt haben sich insbesondere die Sparten Cash & Carry sowie Real. Das schwierige Marktumfeld hat bei Media Markt und Saturn allerdings für Enttäuschungen gesorgt“, so Champ. Der Analyst bewertet die Aktie mit „halten“ und einem Kursziel von 53 Euro.

Der Handelskonzern habe die Markterwartungen etwas verfehlt, schrieben die Analysten von Barclays in einer aktuellen Studie. Allerdings habe das auch am fehlenden Ostergeschäft gelegen, das im Vorjahr noch weitgehend auf das erste Quartal entfallen sei. Sie empfehlen die Aktie weiter zum Kauf bei einem Kursziel von 63 Euro.

Insgesamt haben acht Analysten unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen eine Einschätzung für die Aktie abgegeben: Davon raten drei zum Kaufen, fünf sind neutral eingestellt. Die Kursziele liegen zwischen 50 und 63 Euro. Optimismus sieht anders aus.

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