Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.11.2013

11:22 Uhr

Kurssturz

Fitschen-Ermittlungen belasten Deutsche Bank

Die Aktien der Deutschen Bank sind derzeit so billig wie seit einem Monat nicht mehr. Grund ist die Verunsicherung anlässlich der Ermittlungen gegen Co-Chef Fitschen. Und es drohen weitere Prozesse.

Hat Jürgen Fitschen etwas zu verheimlichen? Der Co-Chef mit seinem Kollegen Anshu Jain. Reuters

Hat Jürgen Fitschen etwas zu verheimlichen? Der Co-Chef mit seinem Kollegen Anshu Jain.

FrankfurtDie Ermittlungen gegen Co-Chef Jürgen Fitschen haben die Anleger der Deutschen Bank am Dienstag verstimmt. Die im Dax gelisteten Titel fielen um bis zu 1,7 Prozent auf 34,41 Euro und waren damit so billig wie seit knapp vier Wochen nicht mehr. An den vergangenen fünf Handelstagen haben die Aktien knapp fünf Prozent verloren. „Die Deutsche Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus”, sagte ein Händler. Auch die Quartalszahlen aus der vergangenen Woche könnten dazu führen, dass es mit den Aktien weiter bergab gehe, erklärte der Börsianer.

Im langjährigen Rechtsstreit der Deutschen Bank mit den Kirch -Erben ist jetzt auch Fitschen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Weltweit muss sich das Finanzinstitut einer Flut von Prozessen und Klagen stellen. Neben dem Kirch-Verfahren geht es unter anderem um mutmaßliche Zinsmanipulationen, Bilanztricksereien und fragwürdige Hypothekengeschäfte in den USA.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.11.2013, 12:14 Uhr

meiner Meinung nach die größte Fehlentscheidung des Aufsichtsrats der Deutschen Bank mit derart vorbelasteten Personen wie Jain und Fitschen in die Zukunft zu gehen obwohl Herr Weber bereit gewesen wäre den Vorstandsposten zu übernehmen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×