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30.10.2014

14:36 Uhr

Linde-Aktie im Fokus

Prognosekorrektur schockiert Linde-Aktionäre

VonRoman Tyborski

Damit hatte kaum einer gerechnet. Linde wird seine Gewinnziele nicht erreichen können. Die Anleger reagieren schockiert. Auch viele Analysten wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Die Aktie rauscht in den Keller.

So bunt wie die Gasrohre ist Lindes Zukunft nicht. Der Gaskonzern muss sich wegen der schwächelnden Konjunktur auf sinkende Einnahmen einstellen. dpa

So bunt wie die Gasrohre ist Lindes Zukunft nicht. Der Gaskonzern muss sich wegen der schwächelnden Konjunktur auf sinkende Einnahmen einstellen.

DüsseldorfAuf Wolfgang Büchle wartet noch viel Arbeit. Erst im Mai hat er den Chefsessel des weltgrößten Industriegase-Konzerns Linde von Wolfgang Reitzle übernommen, doch nach nicht einmal einem halben Jahr musste der neue Chef schon neue Mittelfristziele verkünden. Und die sind nun deutlich niedriger angesetzt als die ursprünglichen.

Die Konzernführung peile jetzt auf Basis aktueller Wechselkurse 2017 ein operatives Konzernergebnis von 4,5 bis 4,7 Milliarden Euro an. Und die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll bei elf bis zwölf Prozent liegen. Bislang wollte Linde bereits im Jahr 2016 ein operatives Konzernergebnis von mindestens fünf Milliarden Euro und eine Rendite von etwa 13 Prozent schaffen.

Doch Linde musste allein im vergangenen Quartal Abschreibungen in Höhe von 229 Millionen Euro vornehmen. Die Verluste entstehen, weil sich in einzelnen Regionen des Geschäftsbereichs die Rahmenbedingungen verändert haben. So gingen rund 100 Millionen Euro wegen schwacher Geschäfte im Chemiewerk im chinesischen Chongqing verloren. Weitere 100 Millionen Euro mussten wegen des langsamen Wachstums in Südamerika abgeschrieben werden. Linde-Werke in Vietnam und Australien sorgten für weitere 29 Millionen Euro Miese.

„Wir müssen berücksichtigen, dass die wirtschaftliche Dynamik weit schwächer ausgefallen ist, als wir alle erwartet hatten“, räumte Konzernchef Büchele ein. Darüber hinaus hätten sich auch die weiteren Aussichten für die weltweite Konjunkturentwicklung eingetrübt.

Im dritten Quartal nahm der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) um 2,7 Prozent auf eine Milliarde Euro ab und lag damit im Rahmen der Analystenschätzungen. Der Überschuss brach um 42,4 Prozent auf 194 Millionen Euro ein.

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