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02.08.2012

15:57 Uhr

Luxus geht immer

Nobel-Aktien lassen ihre Reize spielen

VonAndrea Cünnen

So etwas wie Krisensorgen kennt die Luxusbranche nicht, denn: Wohlhabende Kunden verprassen ihr Geld auch in Zeiten des Wirtschaftsabschwungs. Anlegern bieten sich bei Kursrücksetzern gute Einstiegschancen.

Schmuck von Cartier: Luxus geht auch in Krisenzeiten. Reuters

Schmuck von Cartier: Luxus geht auch in Krisenzeiten.

FrankfurtAngelica Cheung hat ein Luxusproblem: Die Chefredakteurin der chinesischen Vogue hat mehr Anzeigenaufträge für Luxusgüter als sie in ihrem Hochglanzmagazin unterbringen kann. Dieses Beispiel bringt die Fondsgesellschaft ING Investment in einer Studie über den Luxuskonsum. Es zeigt, wie unabhängig der Markt von den allgemeinen Sorgen wegen eines weltweiten Wirtschaftsabschwungs und der Euro-Krise ist.

Gerade auf China setzen Fachleute dabei große Hoffnung. Schon jetzt machen Konzerne wie LVMH, Burberry, Prada, Swatch oder Richemont zwischen 27 und 42 Prozent ihres Umsatzes in China. Die Unternehmensberatung Bain & Company erwartet, dass der Markt für Luxusgüter in den kommenden drei Jahren in Asien - ohne Japan - um jährlich bis zu 22 Prozent wächst. Insgesamt prognostizieren sie der Branche ein Wachstum von sieben bis neun Prozent pro Jahr.

Aus diesen guten Aussichten ergeben sich auch Chancen für Anleger, obwohl die meisten Aktien der Branche schon sehr gut gelaufen sind. Der 20 internationale Werte umfassende World Luxury Index der Deutschen Börse hat seit März 2009 fast 200 Prozent zugelegt - der breite europäische Aktienindex Stoxx 600 nur 66 Prozent. Zuvor hatte zwar die schwerste Rezession seit den 1930er-Jahren auch die Aktien der Hersteller von Luxusgütern abstürzen lassen - sie erholten sich aber schneller und vor allem deutlicher als viele andere Papiere.

"Kursrücksetzer werden bei den Luxusgüterherstellern immer wieder als gute Einstiegschancen genutzt", betont die Royal Bank of Scotland. Gründe dafür sind, dass die wohlhabenden Kunden auch in Krisenzeiten viel Geld für Schmuck, Kleidung, Taschen oder andere Luxusgüter ausgeben. Die Preisaufschläge führen zu sehr hohen Margen und Gewinnen bei den Produzenten. Deshalb sind viele Luxusaktien trotz der bisherigen Kursrally nach Ansicht von Experten noch nicht zu teuer.

PPR und LVMH: Luxuskonzerne spüren keine Krise

PPR und LVMH

Luxuskonzerne spüren keine Krise

Die Krise kann sie nicht treffen: Die Hersteller von Louis-Vuitton-Taschen und Gucci-Mode machen mit ihrem Luxusangebot im ersten Halbjahr bis zu 20 Prozent mehr Gewinn. Ein Schatten in der PPR-Bilanz: die Tochter Puma.

Zu den Favoriten von Analysten gehört dabei LVMH. Der Anbieter von Luxusaccessoires der Marken Louis Vuitton und Fendi, der Uhren von Bulgari und Tag Heuer, der Champagner-Marken Moet & Chandon und Dom-Perignon oder von Henessy-Cognac hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr um 20 Prozent gesteigert - ebenso wie der französische Konzern PPR, zu dem die Modelabels Gucci und Brioni und die Kosmetikserie Yves Saint Laurent gehört.

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