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31.03.2011

15:56 Uhr

Maschinenbau

Singulus-Aktien auf Talfahrt

Bekanntes Bild bei Singulus: Auch die Bilanz für 2010 sieht nicht gut aus, die Zahlen sind tiefrot. Anleger schicken die Aktie auf Talfahrt - obwohl der Maschinenbauer selbst und Analysten optimistisch sind.

Gewinnmitnahmen bei Singulus. Quelle: dpa

Gewinnmitnahmen bei Singulus.

Düsseldorf/FrankfurtEs läuft nicht gut für Singulus. Zum dritten Mal in Folge muss der Maschinenbauer tiefrote Jahreszahlen melden. Zwar erwartet das fränkische Unternehmen für 2011 einen Gewinn, auch Analysten sind zuversichtlich – doch die Anleger reagierten enttäuscht: Singulus-Aktien rutschten in der Spitze um sechs Prozent ab. Am Nachmittag lagen sie noch 3,5 Prozent im Minus bei rund 4,34 Euro. „Die Ertragsentwicklung verlief sehr enttäuschend“, schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer in einem Kommentar.

Singulus ist ein Spezialmaschinenbauer, der Geräte zur Produktion von Solarzellen und des DVD-Nachfolgers Blu-ray herstellt. Neben Sony sind die Franken weltweit das einzige Unternehmen, das solche Komplettanlagen herstellt. Ursache für die schlechte Bilanz sind vor allem hohe Abschreibungen. Der Jahresfehlbetrag liegt nach Angaben des Unternehmens unter dem Strich bei 77,9 Millionen Euro. 2009 waren es noch 78,9 Millionen Euro gewesen. Auch der Umsatz ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Entsprechend die langfristige Kursentwicklung: Die Aktie dümpelt schon länger. Selbst die Katastrophe in Japan und der Run auf Solar- und Wind-Aktien verlieh den Papieren keinen Auftrieb.

Das liegt aber auch daran, dass die Solarsparte für Singulus bisher nur ein Fünftel des Umsatzes ausmacht. Künftig soll der bisher eher kleine Photovoltaik-Bereich zum Kerngeschäft ausgebaut werden. „Der Bereich Solar soll in zwei bis drei Jahren den größten Teil der Firma ausmachen“, sagte Vorstandschef Stefan Rinck am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Vorerst bleibt das Geschäft mit den Maschinen für Blu-rays, DVDs und CDs der Umsatzbringer, drei Viertel der 120 Millionen Euro liefert das Geschäft mit diesen Maschinen. Es sei aber bereits absehbar, so Rinck, dass selbst die Nachfrage nach den relativ neuen Maschinen für Blu-ray-Discs in absehbarer Zeit gesättigt sein dürfte. Die Geräte funktionieren nach dem Verkauf so gut, dass Singulus neue Maschinen nur dann verkaufen kann, wenn ein neues Format wie die Blu-ray auf den Markt kommt. Ein Effekt, den das Unternehmen von den DVDs kennt - neue Maschinen werden nicht mehr gekauft. Die Ausweitung der Solarsparte ist also dringend nötig.

Singulus hat seit Jahren Probleme, den letzten Gewinn meldete der Spezialmaschinen-Hersteller 2007. Doch in diesem Jahr sollen die Zahlen operativ endlich wieder schwarz werden. Auch im Solarsektor könne die Gewinnschwelle erreicht werden, gibt sich Vorstandschef Rinck zuversichtlich. Und der Absatz der Blu-ray-Anlagen könne im laufenden Jahr um ein bis zwei Drittel steigen, hatte Rinck in einem Reuters-Interview angekündigt.

An die Trendwende glauben auch die Analysten. So ist DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer überzeugt, dass Singulus im laufenden Jahr die Trendwende schaffen werde. Sein Kollege Tobias Schmidt ist ebenfalls zuversichtlich: Das Unternehmen könne erstmals seit 2007 ein knapp positives operatives Ergebnis erreichen. SES Research-Analyst Malte Schaumann rechnet mit baldigen Großaufträgen und empfiehlt die Aktie zum Kauf. Bereits im Januar hatte das Unternehmen aus Kahl am Main einen neuen Großauftrag vermelden können.

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