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04.11.2015

12:39 Uhr

Mega-IPO

Japan-Post-Börsengang mit zu viel Schwung

VonMartin Kölling

Der größte Börsengang des Jahres sorgt für riesige Kurssprünge. Analysten warnen vor Kurskorrekturen. Japanische Anleger drohen sich die Finger zu verbrennen.

Taizo Nishimuro, Präsident der Japan Post Holding. läutet die Glocke für den Börsengang. Die Kurse beim weltweit größten Börsengang in diesem Jahr gingen rasant in die Höhe. AFP

Japan Post Holding

Taizo Nishimuro, Präsident der Japan Post Holding. läutet die Glocke für den Börsengang. Die Kurse beim weltweit größten Börsengang in diesem Jahr gingen rasant in die Höhe.

TokioDer größte Börsengang der Welt im Jahr 2015 endete am Mittwoch mit einem unerwarteten Paukenschlag. Die Aktienpreise der Japan Post Holding sowie der Postbank und der Postversicherung lagen am Ende überraschend deutlich über den Ausgabepreisen, weil die Anleger für die Papiere Schlange standen. Doch der Anstieg war sogar so steil, dass die ersten Experten bereits vor Kurskorrekturen warnen.

Die Holding der Japan Post ging schon mit einem hohen Aufschlag in den Handel, schoss aber am Nachmittag nochmals in die Höhe. Letztlich stieg ihre Aktie um 26 Prozent über den Ausgabepreis auf 1760 Yen. Die Postbank-Aktie ging mit 1671 Yen um 19 Prozent höher aus dem Handel. Doch der Star des Tages war die Postversicherung, deren Aktie bis zum Börsenschluss um 56 Prozent auf 3430 Yen explodierte.

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Bei den ersten Analysten schrillen bei diesen Gipfelstürmen die Alarmglocken. Schon vor Börsenstart unkten einige Großanleger, dass ihnen bei den Finanzinstituten und der Post die Wachstumsstory fehlte. Doch nun sehen die Werte nicht einmal mehr günstig, sondern teilweise sogar recht teuer aus.

Makarim Salman von Jefferies beispielsweise hat die Postbank und die Kanpo Lebensversicherung schon zum Start mit „neutral“ bewertet. Als Kursziel für die Assekuranz nennt er den Ausgabepreis von 2200 Yen. Nicht ohne Grund: Als einziger Teil der Post war die Versicherung mit einer 0,67-fachen Preis-Buchspanne auf Augenhöhe mit den Größen ihrer Branche gepreist worden. Das heißt, ihr Marktkapitalisierung hätte zum Ausgabepreis 67 Prozent des Buchwerts betragen. Dabei sehen die Rivalen attraktiver aus.

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Der bisherige Branchenprimus Dai-ichi Life kann mit einem Policenvolumen fast mit der Kanpo mithalten, ist aber mit einer Eigenkapitalrendite von 5,2 Prozent etwas profitabler als die Versicherung der Post. Außerdem expandiert Dai-ichi Life bereits im Ausland, während die Kanpo darunter leidet, wie die Postbank vor allem außerhalb der Metropolen stark zu sein. Doch dort sinkt die Bevölkerung immer schneller. Die Kanpo hat daher das niedrigste Neukundengeschäft aller börsennotierten Lebensversicherer, merkt Salam kritisch an.

Die Postbank wiederum ging mit einer 0,47-fachen Preis-Buchspanne ins Rennen. Das sah preiswert aus, denn die Finanzgruppen Mitsubishi UFJ, Mizuho und Sumitomo Mitsui standen zum vergleichbaren Zeitpunkt mit einem Wert um 0,7 da. Aber nach dem ersten Tag hat die Postbank die Lücke fast geschlossen.

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