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12.01.2006

14:07 Uhr

Merill-Lynch-Stratege warnt

Kurssturz am US-Aktienmarkt erwartet

Nach dem allgemein positiven Ausblick großer Investmentbanken und Broker an der Wall Street auf das vor den Anlegern liegende Börsenjahr, melden sich nun zunehmend auch ernst zu nehmende Skeptiker zu Wort.

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NEW YORK. Bob Doll, Anlagechef der US-Investmentbank Merrill Lynch, warnt vor härteren Zeiten für US-Aktionäre. "Im Verlauf des neuen Jahres erwarten wir, dass die amerikanischen Börsen erstmals seit rund vier Jahren um mehr als zehn Prozent nachgeben", sagte Doll vor Journalisten in New York. Allerdings hält er es für wahrscheinlich, dass die US-Aktienmärkte sich bis zum Jahresschluss erholen und Ende 2006 mäßige, aber positive Zuwächse aufweisen. Dolls Wort hat an den Finanzmärkten Gewicht, denn er leitet mit der Sparte Merrill Lynch Investment Managers (MLIM) eine der weltgrößten Anlagegesellschaften mit einem verwalteten Vermögen von 518 Mrd. Dollar. "Die Konjunkturdynamik flaut ab, und die negative Wirkung der Zinserhöhungen durch die US-Notenbank wird mit Zeitverzögerung erst in diesem Jahr voll durchschlagen", begründete Doll seine Skepsis. Auch Abhijit Chakrabortti, Stratege bei JPMorgan Chase rechnet damit, dass der Standard&Poor?s- 500-Index in diesem Jahr zehn Prozent fallen wird, weil die Unternehmensgewinne die Erwartungen der Investoren enttäuschen. Die Zahlen fürs vierte Quartal dürften seiner Auffassung nach ein Vorbote für den Rest des Jahres sein. Am Dienstag berichteten der Aluminiumhersteller Alcoa und der Kupferproduzent Phelps Dodge enttäuschende Ergebnisse.

"Die frühen Fehlschüsse von Alcoa und Phelps Dodge sind vielleicht der Anfang einer Serie", sagte Chakrabortti in einem Interview mit Bloomberg News. "Wenn die Unternehmensergebnisse die Kurse nicht mehr stützen, wird die Luft für die Aktien dünn." Chakrabortti gilt allerdings als ausgesprochener Skeptiker.

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