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06.10.2017

11:53 Uhr

Metallrecycler

Befesa macht mit Börsenplänen ernst

Die Rückkehr an den Aktienmarkt steht kurz bevor: Der deutsch-spanische Metallrecycler Befesa strebt an die Frankfurter Börse. Noch im laufenden Quartal solle der Sprung aufs Parkett vollzogen werden.

Den Stahlkonzernen nimmt das Unternehmen den umweltschädlichen Stahlstaub ab, kassiert dafür eine Gebühr, und gewinnt bei dessen Aufbereitung Zink. dpa

Befesa

Den Stahlkonzernen nimmt das Unternehmen den umweltschädlichen Stahlstaub ab, kassiert dafür eine Gebühr, und gewinnt bei dessen Aufbereitung Zink.

FrankfurtDer deutsch-spanische Metallrecycler Befesa strebt an die Frankfurter Börse. Der Sprung aufs Parkett sei für das laufende Quartal geplant, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Finanzinvestor Triton, der Befesa 2013 für rund 1,1 Milliarden Euro einschließlich Schulden von der spanischen Abengoa kaufte, hatte statt des Börsengangs auch einen Verkauf der Firma geprüft. Er will nun aber doch 40 bis 50 Prozent der Aktien auf den Markt werfen, wie Befesa-Chef Javier Molina in einer Telefonkonferenz sagte. Insidern zufolge könnte der Börsengang damit bis zu 800 Millionen Euro schwer werden.

Befesa recycelt Wertstoffe aus der Stahl- und Aluminiumindustrie. Den Großteil seines Geschäfts macht das Unternehmen mit dem umweltschädlichen Stahlstaub. Befesa nimmt den Stahlkonzernen das Abfallprodukt ab, kassiert dafür eine Gebühr und gewinnt bei dessen Aufbereitung Zink. Das Metall verkauft Befesa unter anderem an Rohstoffhändler wie Glencore. Ähnlich läuft das Geschäft mit der Aluminiumindustrie, für die Befesa Salzschlacke recycelt.

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Befesa hat auch Wurzeln in Deutschland. In dem spanischen Unternehmen war 2006 der ehemals an der Frankfurter Börse gelistete Schrott-Recycler BUS Berzelius aufgegangen. Deshalb liegt auch ein großer Teil des Geschäfts in Deutschland. Der spanische Mischkonzern Abengoa nahm Befesa 2011 von der Börse und verkaufte sie zwei Jahre später an den Finanzinvestor Triton.

Die Erlöse aus dem Börsengang fließen allein an Triton, das Unternehmen selbst bietet keine Aktien an. Befesa dürfte auf einen Börsenwert von 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro kommen, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Wachstumschancen sieht der Metallrecycler angesichts der strengeren Umweltvorschriften insbesondere in Asien. Bislang liegt der Schwerpunkt des Geschäfts auf Spanien und Deutschland. Weitere Anlagen betreibt der Konzern in Schweden, Frankreich, Großbritannien, der Türkei und Südkorea.

Befesa sei Marktführer in Europa, die Renditen seien hoch und die Eintrittsbarrieren für mögliche Konkurrenten erheblich, warb Konzernchef Molina für sein Unternehmen. 2016 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 612 Millionen Euro, der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) lag bei 133 Millionen Euro. Nach dem Börsengang will Befesa 40 bis 50 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausschütten.

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Befesa ist bereits das dritte Unternehmen in diesem Herbst, das seine Pläne für einen Börsengang im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse öffentlich macht. Der Batteriesystem-Anbieter Voltabox will sein Debüt am 13. Oktober feiern, der Mikrobatterie-Hersteller Varta will wenig später folgen. Mit einem Volumen von rund 150 Millionen Euro bzw. etwa 200 Millionen Euro dürften diese Börsengänge jedoch deutlich kleiner als Befesa werden.

Bislang ist in diesem Jahr erst wenigen Firmen eine Börsennotierung in Frankfurt gelungen: Den Anfang im streng regulierten Prime Standard machte im Frühjahr der Maschinenbauer Aumann, im Juni folgten der Lieferdienst Delivery Hero und die Restaurantkette Vapiano. Im Juli debütierte der Lkw-Zulieferer Jost-Werke. Mit Abstand die größte Emission war dabei der milliardenschwere Börsengang von Delivery Hero.

Von

rtr

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