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25.04.2016

15:56 Uhr

MIlliarden-IPO

Philips peilt Börsengang der Lichtsparte an

Philips plant die Abspaltung seines Lichtgeschäfts und einen anschließenden Börsengang der Sparte. Als eigenständige Firma wäre „Philips Lighting“ der weltweit größte Hersteller von Leuchtmitteln.

Der Konzern Philips plant wohl einen Börsengang des Lichtgeschäftes. Die Lichtsparte wird mit etwa fünf Milliarden Euro bewertet. dpa

Philips

Der Konzern Philips plant wohl einen Börsengang des Lichtgeschäftes. Die Lichtsparte wird mit etwa fünf Milliarden Euro bewertet.

AmsterdamBei der geplanten Abspaltung des Lichtgeschäfts tendiert Philips zu einem Börsengang. Da sich die Stimmung an den Märkten im Vergleich zum Anfang des Jahres bessere, laufe es zusehends auf diese Option hinaus, sagte Philips-Chef Frans van Houten am Montag.

Entscheidungen und die nächsten Schritte sollten bald bekanntgegeben werden. Als eigenständige Firma wäre die Sparte von Philips der weltweit größte Hersteller von Leuchtmitteln. Sie machte einst das Herz des 1891 gegründeten Konzerns aus. Deutscher Konkurrent ist Osram.

Philips will sich vor allem auf Medizintechnik sowie kleinere Elektrogeräte wie Rasierer und Bügeleisen konzentrierten. Bereits 2014 kündigte van Houten die Trennung vom Leuchtmittelgeschäft an. Der Amsterdamer Konzern bereitete sowohl einen Börsengang als auch einen Verkauf vor. Die Pläne für die Veräußerung der Mehrheit am „Lumileds“-Geschäft platzten jedoch.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Die Lichtsparte wird mit etwa fünf Milliarden Euro bewertet. Im ersten Quartal erwirtschaftete sie einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) von 102 Millionen Euro, ein Plus von 20 Prozent. LED-Lampen, die inzwischen mehr als die Hälfte der Sparte ausmachen, haben höhere Gewinnmargen. Der Umsatz fiel dagegen um zwei Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, da traditionelle Glühbirnen nicht mehr so gefragt sind.

Im Konzern lag das Ebita zu Jahresbeginn bei 290 Millionen Euro, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Kosten für die Abspaltung des Lichtgeschäfts ließen den Nettogewinn auf 37 Millionen Euro von zuvor 100 Millionen Euro einbrechen. Dank Zuwächsen im Medizinbereich stiegen die Erlöse um fünf Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

Am Markt kamen die Pläne und der Zwischenbericht nicht gut an. Die Aktie fiel vier Prozent.

Von

rtr

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