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01.12.2014

17:36 Uhr

Milliarden-Neuemission

Chinesischer Baukonzern plant Börsengang

Nach dem Immobilienboom kommt der Börsengang: Die Dalian Wanda Gruppe hat mit Immobilienprodukten Milliarden verdient. Der Börsengang soll dem Unternehmen nun neues Kapital in Milliardenhöhe einbringen.

Plant den Börsengang: Wang Jianlin, Chef der Dalian Wanda Gruppe. Reuters

Plant den Börsengang: Wang Jianlin, Chef der Dalian Wanda Gruppe.

HongkongIn Hongkong steht offenbar der milliardenschwere Börsengang des weltweit zweitgrößten Immobilienentwicklers für Shopping Malls und Bürogebäude an. Einem Insider zufolge erhielt Dalian Wanda Commercial Properties am Montag von der Börse Hongkong grünes Licht für die Emission. Der Löwenanteil der Einnahmen von bis zu sechs Milliarden Dollar soll in zehn neue Projekte in China fließen, wie die mit den Plänen vertraute Person sagte.

Es wäre der größte Börsengang in Asien - ohne Japan - seit vier Jahren. Im Oktober 2010 erlöste der Versicherer AIA 20,5 Milliarden Dollar. Der chinesische Online-Riese Alibaba war im September in New York an die Börse gegangen und hatte ein Volumen von 25 Milliarden Dollar erreicht.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

Bis zum Ende des Jahres stehen an der Börse Hongkong noch weitere Neuzugänge an. Dazu gehört auch Daimler -Partner BAIC Motor, dessen Börsendebüt bis zu 1,5 Milliarden Dollar schwer werden könnte. Dalian Wanda will dem Insider zufolge ab Mittwoch um Investoren werben. Der Preis der Aktie soll am 15. Dezember festgelegt und das Papier eine Woche später erstmals gehandelt werden.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

01.12.2014, 18:03 Uhr

Auch in Hongkong wird angesichts der irrationalen Verhältnisse auf dem Festland zunehmend an den Exit gedacht.
Ein IPO ist ideal dafür, die Verantwortung abzuladen, Kapital umzuleiten und am Ende die unvermeidlichen Verluste bis hin zur möglichen Insolvenz zu sozialisieren.

Letzteres wird schwerer, denn China ersetzte die Vollgarantie für Konteninhaber durch eine limitierte (umgerechnet etwa:85.000.- US$).

Ähnliches fand vor kurzem erst im Euro-Raum statt - allerdings verbunden mit einer "Schlußsozialisierung" - ein besonders netter Gag von Schäuble. Damit ersetzte er die Nullhaftung des Steuerzahlers durch eine Teil- und schließlich Vollhaftung.
Er sah sich immer schon als das badisch-schwäbische Cleverle - viel klüger als all die anderen von Kohl bis Merkel.

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