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16.02.2014

13:27 Uhr

Milliardenbewertung

Russischer Handelskonzern vor Börsendebut

Ein russischer Handelskonzern geht in London an die Börse. Und die Aktien stoßen bei Anlegern offenbar auf große Nachfrage. Damit könnte der Weg für den Börsengang der russischen Metro-Tochter geebnet werden.

Filiale von Lenta in Moskau: Der Konzernwert wird mit auf etwa fünf Milliarden Dollar taxiert. Reuters

Filiale von Lenta in Moskau: Der Konzernwert wird mit auf etwa fünf Milliarden Dollar taxiert.

MoskauDer russische Metro-Konkurrent Lenta legt bei seinem Börsengang gut vor. Die Emission des russischen Handelskonzerns stoße auf reges Interesse, teilten die beratenden Banken am Samstag mit. Es seien bereits alle Papiere inklusive der Mehrzuteilungsoption gezeichnet. Mit einem erfolgreichen Börsengang von Lenta steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Metro nachzieht. Der deutsche Handelsriese plant ebenfalls, einen Teil seines russischen Großmarktgeschäfts in London an die Börse zu bringen. Gradmesser könnte die Kette aus Russland sein.

Bis zum 27. Februar will Lenta noch um Investoren werben. Anschließend soll der Ausgabepreis bekanntgegeben werden. Bereits am Freitag teilte Russlands fünftgrößter Lebensmittelhändler mit, die Papiere sollten zwischen 9,50 und 11,50 Dollar kosten. Damit würde der Konzern mit bis zu fünf Milliarden Dollar bewertet. Etwa 19 Millionen Aktien oder ein Fünftel der Anteile sollen an die Börse gebracht werden. Damit könnte Lenta eine Milliarde Dollar einnehmen.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Die wachsende Mittelschicht in Russland lässt mit ihrer steigenden Nachfrage Handelsketten wachsen und macht Konsumwerte damit für Investoren immer interessanter. Sorge bereitet internationalen Anlegern aber die Rubel-Schwäche, die Inflationsängste auslösen könnte. Doch der Einzelhandel legt zu - und Lenta will weiter wachsen. Die Verkaufsfläche soll in den kommenden drei Jahren verdoppelt werden. Auch Metro will es in Russland nicht bei den rund 70 Cash&Carry-Märkten belassen.

Gegründet wurde Lenta vor 20 Jahren in St. Petersburg. Inzwischen betreibt der Konzern 77 Großmärkte in 45 russischen Städten sowie zehn Supermärkte im Raum Moskau. Eigentümer der Handelskette sind US-Investor TPG, die russische Bank VTB und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Alle drei wollen sich im Rahmen des Initial Public Offering (IPO) von Anteilen trennen.

Die Metro plant Finanzkreisen zufolge bis zu 25 Prozent ihres Russland-Geschäfts an den Aktienmarkt zu bringen. Der offizielle Startschuss könnte in der zweiten Märzhälfte fallen. Ostern könnten die russischen Metro-Märkte dann an der Börse sein. Der Anteilsverkauf könnte Metro rund eine Milliarde Euro oder mehr in die Kassen spülen.

Von

rtr

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