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22.07.2015

16:10 Uhr

Milliardenschwere Kursrückschläge

Apple ist die Stehauf-Aktie

VonMartin Dowideit

62 Milliarden Dollar in nur drei Minuten verbrannt: Die Börse hat Apple für seine Quartalszahlen und den Ausblicks mächtig abgestraft. Doch eine Analyse zeigt: Das Papier erholt sich schnell von solchen Schocks.

Internetexperte sieht keine Gefahr

„Apple-Aktien kann man immer kaufen“

Internetexperte sieht keine Gefahr: „Apple-Aktien kann man immer kaufen“

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DüsseldorfDeutsche Aktienbesitzer lieben Papiere, die sie kennen und zu denen sie einen persönlichen Bezug haben. „Bei den Anlegern zwischen 30 und 50, der klassischen Zielgruppe für iPhone und iPad, ist Apple (...) die beliebteste Aktie in Deutschland“, hat Arno Walter, Chef der Comdirect-Bank der Frankfurter Allgemeinen in einem Interview verraten. Der Blick ins Depot dürfte da heute einen kleinen Schreck hervorrufen.

Der außerbörsliche Kurs der Aktie reagierte nach Bekanntgabe der Zahlen blitzschnell. atlas.qz.com

Apple-Aktienkurs

Der außerbörsliche Kurs der Aktie reagierte nach Bekanntgabe der Zahlen blitzschnell.

Bereits in den ersten Minuten nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für die Monate April bis Juni hatte die Apple-Aktie im nachbörslichen US-Handel um etwa acht Prozent auf bis zu 119,96 Dollar nachgegeben – und damit umgerechnet stolze 62 Milliarden Dollar verloren. Und das binnen nur drei Minuten nach Bekanntgabe der Zahlen. Zum Handelsauftakt am Mittwoch in New York liegt das Papier etwa fünf Prozent im Minus bei 124,10 Dollar. Grund: Anleger stören sich daran, dass Apple für den Kassenschlager „iPhone“ nicht so große Zuwächse prognostiziert wie erhofft. Zweiter Dämpfer: Auch beim Umsatzwachstum für das Weihnachtsquartal gibt Apple einen eher verhaltenen Ausblick.

Gestande Apple-Aktionäre lassen sich von einem so heftigen Kursrückschlag aber eigentlich nicht schocken. Denn sie haben Erfahrung. Und die lehrt: Auch in der Vergangenheit gab es nach Quartalszahlen von Apple deutliche Kursrückschläge. Aber in den meisten Fällen sah es 120 Handelstage später schon wieder viel besser aus für den Apple-Kurs.

Die Fakten zur Apple-Uhr

Modelle

Es gibt drei Modelle, nämlich die Apple Watch Sport im Aluminiumgehäuse auf rund 400 Euro, die Apple Watch mit Edelstahlgehäuse ab 650 Euro sowie die Apple Watch Edition aus Gold ab 11.000 Euro.

Varianten

Jedes Modell wird in zwei Varianten angeboten, eine kleinere mit 38 Millimeter breitem Gehäuse und eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse für kräftigere Handgelenke. Dazu hat der Hersteller diverse Armbänder im Angebot.

Preise

Die kleinere Sport-Uhr mit einem 38-Millimeter-Gehäuse kostet 399 Euro, das größere Modell 449 Euro. Die Edelstahl-Variante gibt es ab 649 Euro und für die limitierte „Edition“-Ausgabe aus 18-Karat-Gold muss man je nach Ausstattung und Größe zwischen 11 000 und 18 000 Euro hinblättern. Die niederen Preise in den USA ab 349 Dollar enthalten keine Umsatzsteuer, die Preise in Deutschland werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen,

Starttermin

Deutschland gehört zu den neun Ländern, in denen die Apple Watch am 24. April in den Handel kommt. Vom 10. April an kann sie vorbestellt und in Apple-Läden ausprobiert werden.

Iphone

Die Apple Watch kann nur mit einem halbwegs aktuellen iPhone (5, 5s, 5c, 6 oder 6 Plus) in Betrieb genommen werden. Auch die Apps von Drittanbietern werden über eine Bluetoothverbindung vom iPhone aus auf der Watch installiert.

Batterielaufzeit

Die Uhr soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten und damit von morgens bis abends. Apple erklärt, dass sie bei einer typischen Nutzung meist nur wenige Sekunden pro Aktion im Einsatz sein könnte.

Wasserdichte

Tim Cook sagte kürzlich einem Mitarbeiter im Berliner Apple Store, er gehe mit seiner Watch auch duschen. Offiziell spricht Apple von einer „Wasserdichte nach IPX7“, die einen „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“ bietet. Nach dieser Norm hält die Watch rund 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dicht.

Wer sich die zehn Tage mit den größten Kursverlusten der Apple-Aktien in den vergangenen fünf Jahren anschaut, kann das leicht erkennen. Als Apple etwa 2011 die Zahlen für das Herbstquartal bekanntgab, sackte das Papier am folgenden 19. Oktober um 5,6 Prozent ab – und lag 120 Handelstage später mehr als 50 Prozent im Plus. In acht von zehn Fällen sah das ähnlich aus (siehe Tabelle).

Tage mit den deutlichsten Kursabstürzen der Apple-Aktie (seit 2010)
DatumKursveränderung
Kursveränderung
(30 folgende Handelstage)
Kursveränderung
(120 folgende Handelstage)
Anmerkung
24.01.2013-12,39%-4,16%0,45%Zahlen Weihnachtsquartal 2012 bekannt gegeben
28.01.2014-7,91%5,85%31,99%Zahlen Weihnachtsquartal 2013 bekannt gegeben
05.12.2012-6,43%-7,20%-19,08%
19.10.2011-5,59%-2,68%52,45%Zahlen für Herbstquartal 2011 bekannt gegeben
17.04.2013-5,50%12,11%29,42%
08.08.2011-5,46%17,06%42,29%
11.09.2013-5,42%12,21%13,56%Präsentation des iPhone 5c und 5s
29.06.2010-4,55%-2,35%28,76%Verkaufszahlen für das iPhone 4 bekannt gegeben
16.03.2011-4,54%5,26%25,38%
25.07.2012-4,38%17,67%-21,09%Zahlen für das Frühjahrsquartal 2012 bekannt gegeben

Natürlich bietet ein histroischer Rückblick keine Gewissheit, dass sich eine Aktie auch in der Zukunft ähnlich entwickelt – das gehört zum Einmaleins der Börse dazu. Aber der Niedergang der Aktie war auch schon in der Vergangenheit prognostiziert worden und dann vor allem von bombastischen Verkaufszahlen des iPhone 6 ad absurdum geführt worden. Allerdings ist auch die Abhängigkeit vom Erfolg des Smartphones gestiegen, selbst wenn auch vom neuesten Produkt, der Apple-Armbanduhr, zwei bis drei Millionen Stück im zurückliegenden Quartal verkauft worden sein dürften.

Kommentare (3)

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22.07.2015, 17:53 Uhr

Es naht die Zeit, da auch solch sinnlose und völlig überteuerte Spielzeuge wie Appel pp der milde belächelten Vergangenheit angehören werden.

Herr Peter Lustig

22.07.2015, 18:33 Uhr

So ganz verstehe ich Sie nicht?!
Steckt da Neid dahinter?

Zum Artikel: Das Geld hat hat nur den Besitzer gewechselt. "Verbrannt" ist da nichts.

Matt Anderson

22.07.2015, 18:38 Uhr

Ich würde auf Apple auch nicht mehr viel setzen. Was soll da noch kommen? Ich habe auch diverse Apple-Produkte. Aber die Watch würde ich mir nie kaufen. Jeder, der Sport treibt und vernünftige Werte gemessen haben will, verwendet einen Brustgurt. Einem Pulssensor am Handgelenk würde ich kein bisschen trauen. Und was ich sonst mit der Uhr machen kann (allerdings nur in Verbindung mit dem iPhone) rechtfertigt nicht den Preis für dieses Gerät. Als Statussymbol oder Wertanlage taugt so eine Uhr auch nicht. Von der mickrigen Akkulaufzeit wollen wir besser garnicht reden. Innovationen werden bei Apple wohl der Vergangenheit angehören.

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