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27.09.2013

13:19 Uhr

Minizins

Deutsche verlagern Vermögen ins Ausland

Deutsche Unternehmen und Haushalte haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld ins Ausland gebracht als zuvor. Hiesige Banken konnten sich der Entwicklung jedoch nicht anschließen.

Bündel mit Zwanzig-Euroscheinen: Laut deutscher Bundesbank sind die Auslandsforderungen gestiegen. dpa

Bündel mit Zwanzig-Euroscheinen: Laut deutscher Bundesbank sind die Auslandsforderungen gestiegen.

Frankfurt/MainAngesichts der Mini-Zinsen in der Heimat haben deutsche Unternehmen und Privatpersonen im vergangenen Jahr mehr Vermögen ins Ausland verlagert. Insgesamt stiegen die deutschen Auslandsforderungen von Kreditinstituten, Unternehmen, Privatleuten, Staat und Bundesbank 2012 um 6,5 Prozent auf 7036 Milliarden Euro. Das teilte die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mit.

Die ausländischen Verbindlichkeiten nahmen unterdessen nur um 3,5 Prozent auf 5928 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich hat sich Deutschlands Netto-Auslandsposition damit um 228 Milliarden Euro auf rund 1107 Milliarden Euro erhöht - das sind 41,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Heimische Unternehmen und Privatpersonen inklusive Versicherungen und Investmentfonds erhöhten ihre Netto-Auslandsposition kräftig um 173 Milliarden Euro auf 1233 Milliarden Euro. „In dieser Entwicklung dürfte unter anderem die Suche privater Wirtschaftsakteure nach Rendite zum Ausdruck kommen, die nicht zuletzt Folge des niedrigen Zinsniveaus in Deutschland ist“, erklärte die Notenbank.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Mit plus 157 Milliarden Euro sei der Zuwachs ausländischer Anleihen in den Händen deutscher Anleger entsprechend hoch ausgefallen. Zudem weiteten Unternehmen angesichts optimistischer Erwartungen über das Wachstum der Weltmärkte ihre Direktinvestitionen jenseits der deutschen Grenzen aus.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.09.2013, 18:44 Uhr

Sollte es nicht heißen reiche D.... bringen das geld ins ausland....

über 50 % der Bevölkerung haben doch kaum was...

Account gelöscht!

30.09.2013, 01:17 Uhr

Die über 50% der Bevölkerung haben ihr Geld doch schon längst ins Ausland gebracht- Im Urlaub!

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