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29.05.2011

13:53 Uhr

Modekette

Adler plant Börsendebüt für 16. Juni

Die Adler Modemärkte werden voraussichtlich Mitte Juni an die Börse gehen. Die Emission soll bis zu 145 Millionen Euro einbringen - Erlöse, mit denen die Expansion der Modekette beschleunigt werden soll.

Ein Werbeposter von Adler-Moden in Berlin. Quelle: picture-alliance

Ein Werbeposter von Adler-Moden in Berlin.

FrankfurtDie Bekleidungskette Adler Modemärkte wagt im Juni den Gang an die Frankfurter Börse und will dabei bis zu 145 Millionen Euro einnehmen. Allerdings wird der Großteil des Emissionserlöses nicht auf das Firmenkonto, sondern in die Taschen des Finanzinvestors bluO fließen.

Die mit der TV-Moderatorin Brigit Schrowange werbende Kette gab am Freitagabend die Preisspanne für die zum Verkauf stehenden Aktien mit 10 bis 12,50 Euro an. "Die Erlöse aus dem Börsengang werden wir für die beschleunigte Fortsetzung unserer Expansion einsetzen", kündigte Adler-Chef Lothar Schäfer an.

Das im fränkischen Heilbach ansässige Mode-Unternehmen betreibt mit 4100 Mitarbeitern rund 130 Filialen in Deutschland, Luxemburg und Österreich. Dabei zielt Adler auf die kaufkräftige und stetig größer werdende Gruppe der über 45-Jährigen. Die Zeichnungsfrist für die Papiere soll am Montag beginnen und bis zum 14. Juni laufen. Dann soll auch der Platzierungspreis bekanntgegeben werden. Das Börsendebüt im stark regulierten Prime Standard wird für den 16. Juni angepeilt.
Adler will insgesamt bis zu rund 11,6 Millionen Aktien bei Investoren platzieren, wovon 2,65 Millionen aus einer Kapitalerhöhung stammen. BluO bietet zunächst 7,463 Millionen Papiere an und erhält damit den Großteil der Erlöse aus dem Börsengang. Der Finanzinvestor, der Adler vor zwei Jahren für zehn Millionen Euro schuldenfrei vom Handelskonzern Metro übernommen hatte, stellt zudem weitere rund 1,5Millionen Papiere für die Mehrzuteilungsoption zur Verfügung. Nach erfolgreicher Platzierung aller angebotenen Aktien beläuft sich der Streubesitz auf etwa 62,8 Prozent.

Mit Adler kommt eine weitere Modefirma an den deutschen Aktienmarkt. Zuletzt hatte im März 2010 Tom Tailor den Sprung aufs Parkett gewagt. Der Börsengang hatte ein Volumen von knapp 150 Millionen Euro. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie, die seinerzeit zu 13,00 Euro ausgegeben worden war, kostet derzeit 14,45 Euro. Ebenfalls im SDax notiert sind auch die Titel von Gerry Weber, die Aktien des Modeherstellers Hugo Boss sind im Nebenwerteindex MDax enthalten.

Adler ist mit seinen Börsenplänen nicht allein. Ab dem 10. Juni sollen die Aktien des chinesischen Stromgeneratoren-Herstellers United Power Technology im Frankfurter Prime Standard gehandelt werden. Der
Verkauf der Aktien könnte bis zu 66 Millionen Euro einbringen. Auch der Münchener Büroimmobilien-Investor Prime Office hat sein Initial Public Offering (IPO) für die kommenden Wochen angekündigt

Daneben stehen Experten zufolge noch weitere chinesische Unternehmen in den Startlöchern. Großkonzerne wie Evonik oder die Siemens-Tochter Osram liebäugeln mit einem IPO in der zweiten Jahreshälfte. Im Vergleich zu Adler Modemärkte, United Power und auch Prime Office - wo das Emissionsvolumen bei etwa 400 Millionen Euro liegen soll - spielen Evonik oder Osram aber in einer anderen Liga: Bei diesen Transaktionen sollen mehrere Milliarden eingesammelt werden.

Von

rtr

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