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03.07.2014

11:04 Uhr

Möbelkonzern

„Poco“-Eigner startet zur Börse

Der südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff ist in Deutschland vor allem mit seinen „Poco“-Einrichtungshäusern bekannt. Das Möbelhaus hat nun den ersten Schritt Richtung Frankfurter Börse getätigt - zurück zu den Wurzeln.

Der „Poco“-Eigner Steinhoff platzierte in der Nacht zum Donnerstag 150 Millionen Aktien. PR

Der „Poco“-Eigner Steinhoff platzierte in der Nacht zum Donnerstag 150 Millionen Aktien.

Johannesburg/FrankfurtDer südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff hat den ersten Schritt auf dem Weg an die Frankfurter Börse gemacht. Das Unternehmen platzierte in der Nacht zum Donnerstag 150 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung bei großen Investoren außerhalb Südafrikas.

Bei einem Ausgabepreis von 52 südafrikanischen Rand je Aktie nahm Steinhoff damit zunächst 531 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Preis liegt zwölf Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch. Anschließend, in der zweiten Juli-Hälfte, können Steinhoff-Aktionäre weitere 200 Millionen neue Aktien zum gleichen Preis zeichnen, womit dem Konzern weitere gut 700 Millionen Euro zufließen würden.

Mit den Kapitalmaßnahmen erfüllt der Konzern Forderungen der südafrikanischen Börsenaufsicht, damit Steinhoff im Herbst von der Johannesburger Börse nach Frankfurt wechseln darf. Damit kehrt die ursprünglich aus Westerstede bei Bremen stammende Firma zu ihren Wurzeln zurück - nach Deutschland. Der Firmensitz soll aber auch nach dem Wechsel des Börsenplatzes in Südafrika bleiben.

In Deutschland ist das Unternehmen vor allem mit seinen „Poco“-Einrichtungshäusern bekannt. In Österreich hatte Steinhoff im vergangenen Jahr die Möbelketten Kika und Leiner für 500 Millionen Euro gekauft, die größte Steinhoff-Beteiligung ist die französische Conforama. Der Wechsel nach Frankfurt soll „so bald wie möglich“ nach dem 9. September über die Bühne gehen, wenn das Unternehmen seine Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2013/14 bekanntgeben will.

Für die Frankfurter Börse ist Steinhoff ein dicker Fisch: In Johannesburg wird der Möbelkonzern derzeit mit umgerechnet 8,8 Milliarden Euro bewertet. Die Firma hatte 1998 ihr Geschäft in Südafrika und Deutschland gebündelt und an die Börse in Johannesburg gebracht. Doch über 90 Prozent der Gewinne stammen aus dem Auslandsgeschäft, rund drei Viertel der Umsätze erwirtschaftet Steinhoff in Europa. Das sei auch der Grund für den Wechsel des Börsenplatzes, erklärte das Unternehmen. Damit könne Steinhoff sich leichter die globalen Kapitalmärkte erschließen und die weitere Expansion in Europa und anderswo finanzieren.

Die größten Börsengänge der Welt

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General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

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Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

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ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

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NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

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Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Doch für die „Entlassung“ aus Johannesburg hatte die südafrikanische Aufsicht die Repatriierung von Finanzmitteln zur Bedingung gemacht. Steinhoff hatte in Europa kräftig expandiert - mit dem Verkauf von Aktien an ausländische Anleger soll nun wieder Geld nach Südafrika zurückfließen. Begleitet wird das Unternehmen bei der komplexen Transaktion von Barclays, BNP Paribas, Citigroup, HSBC und der Commerzbank.

Von

rtr

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