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08.07.2014

11:25 Uhr

Mögliche Millionen-Strafe

Commerzbank-Aktien geben nach

Die Commerzbank leidet an der Börse: Nach Meldungen über eine Millionen-Strafe in den USA wegen des Verstoßes gegen US-Sanktionen befinden sich die Kurse derzeit im Abstieg. Für einige Analysten kam das nicht unerwartet.

Die Commerzbank-Aktien fallen nach einer drohenden Millionen-Strafe. Zuvor hatten sie um mehr als 90 Prozent zugelegt. dpa

Die Commerzbank-Aktien fallen nach einer drohenden Millionen-Strafe. Zuvor hatten sie um mehr als 90 Prozent zugelegt.

FrankfurtCommerzbank-Aktien sind nach einem Bericht über eine drohende Millionen-Strafe an das Dax-Ende gesackt. Die Titel gaben am Dienstagvormittag um bis zu vier Prozent auf 11,03 Euro nach und notierten damit auf dem tiefsten Stand seit sieben Wochen.

„Das ist schon eine negative Überraschung und belastet entsprechend den Commerzbank-Kurs, auch wenn es den Markt nach der Buße für BNP Paribas nicht unvorbereitet trifft“, sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Analyst Dirk Becker von Kepler Cheuvreux erklärte das Kursminus vor allem mit Gewinnmitnahmen. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 90 Prozent zugelegt. „Aber eigentlich war klar, dass da was kommen wird, zudem ist die Commerzbank bilanziell abgesichert.“ Nach Ansicht eines anderen Börsianers hätte die Strafe auch noch höher ausfallen können

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Thomas Behrends

08.07.2014, 11:51 Uhr

Was für´n Wunder, dass die Commerzbank-Aktie einknickt. Hat der große Weltpolizist USA doch mal wieder seine Peitsche herausgeholt und zum Rundumschlag ausgeholt: UBS, Credit Suisse, Goldmann Sachs, JPM, Deutsche Bank, RBS ...

... wen wird es morgen treffen?

Der Anlaß ist scheinbar egal; Betrug im Bankenwesen, Geschäfte mit den "Schurkenstaaten" Sudan und Iran usw. Hauptsache es springen Milliarden von US-Dollares für die Vereinigten Schurkenstaaten dabei heraus.

Ich würde mich an Stelle deutscher Unternehmenschefs aus dem USA Geschäft entfernen. Es gibt aber derzeit nur noch ca. 2-3 deutsche Companies, die an der NYSE gelistet sind.

Komisch, dass man Artikel über ISRAEL weder bei der Süddeutschen Zeitung noch auf der Seite des HB kommentieren kann. Liegt hier eine gewisse Form von Zensur vor?

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