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30.05.2011

12:35 Uhr

Nach Atomausstieg

Ökoaktien im Höhenflug – Versorgerwerte abgeschlagen

Die Bundesregierung hat ihren Plan für den Atomausstieg vorlegt. Weil sie an der Brennelementesteuer festhält, leiden die Aktien der Kraftwerksbetreiber - Solar- und Windwerte dagegen schießen hoch. VON LAURA DE LA MOTTE

Eon / RWE: Geplanter Atomausstieg setzt Aktien unter Druck

Video: Eon / RWE: Geplanter Atomausstieg setzt Aktien unter Druck

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FrankfurtDer von der Regierungskoalition geplante Atomausstieg bis 2022 hat am Montag die Nachfrage nach erneuerbaren Energiewerten angeheizt. Im TecDax schnellten die Aktien des Windturbinenherstellers Nordex um über elf Prozent nach oben, der Solaranlagenbauer Q-Cells gewann mehr als sieben Prozent. Der Ökodax, ein Index aus zehn Titeln aus dem Bereich regenerative Energien, verteuerte sich um rund sechs Prozent. Im Gegenzug verloren die Aktien der Versorger RWE und Eon rund zwei Prozent.

Wind- und Solaraktien profitierten bereits kurz nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima. Titel wie Nordex schossen 30 Prozent in die Höhe, Q-Cells sogar 75 Prozent, zwischenzeitlich jedoch fielen alle Papiere wieder auf das Niveau von vor dem Unglück. Besonders Solarwerte leiden derzeit unter der Subventionskürzung in Deutschland und der wachsenden Konkurrenz aus China. Entsprechend verhalten sind die Ausblicke der Analysten für die Branche. Nur zwei von 31 Analysten empfehlen laut Nachrichtenagentur Bloomberg Q-Cells gerade zum Kauf, bei Nordex ist es einer von 15, bei Roth & Rau einer von 16. Lediglich Solarworld und Centrotherm schneiden bei den Analysten besser ab.

Die Bundesregierung hatte nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima acht deutsche Meiler vom Netz genommen und angekündigt, die im vergangenen Jahr beschlossene Laufzeitverlängerung noch einmal zu überdenken. Am Sonntag Abend nun wurde das Ergebnis der Diskussionen bekanntgegeben. Nach den Plänen der Koalition sollen die acht älteren Atomkraftwerke - inklusive Krümmel - vom Netz bleiben. Sechs weitere Meiler sollten bis spätestens 2021 vom Netz gehen, die drei neuesten AKW dann 2022, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) im Anschluss an die Nachtsitzung. Der Prozess sei unumkehrbar. "Es wird keine Revisionsklausel geben." An der Brennelementesteuer werde man nichtsdestotrotz festhalten.

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