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02.08.2013

13:36 Uhr

Nach dem Kursrutsch

K+S droht der Abstieg aus dem Dax

VonJörg Hackhausen

Die Aktie des Düngemittelkonzerns K+S ist abgestürzt. Nun könnte sogar der Rauswurf aus dem Leitindex drohen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Zwei Nachrücker stünden bereit: Ein Neuling und ein alter Bekannter.

K+S-Mitarbeiter im Werk Werra: Der Erfolg vergangener Jahre steht auf der Kippe. dpa

K+S-Mitarbeiter im Werk Werra: Der Erfolg vergangener Jahre steht auf der Kippe.

DüsseldorfNach dem Absturz droht der Abstieg: Der Düngemittelkonzern K+S könnte schon in wenigen Wochen aus dem Dax ausscheiden. Das wäre der nächste Schlag für das Unternehmen, dessen Aktie in dieser Woche massiv unter Druck geraten ist. Innerhalb weniger Tage ist der Kurs um fast ein Drittel gefallen, zeitweise bis auf 16,91 Euro. Der Börsenwert schrumpfte von fünf Milliarden Euro auf gut drei Milliarden Euro.

„Es wird ganz knapp“, sagt Michael Bissinger, Anlagestratege der DZ Bank. Nach aktuellem Stand sehe es so aus, als könnte K+S gerade so im Dax bleiben. Die Experten der DZ Bank gehen davon aus, dass sich der Kurs wieder fängt. Sie haben ihr Kursziel am Freitag zwar von 41 Euro auf 23,60 Euro gesenkt, bleiben aber bei einer Kaufempfehlung.

Sollte die Aktie in den kommenden Wochen jedoch tiefer fallen, sähe es mit einem Verbleib in der ersten Börsenliga schlecht aus. Entscheidend für die Zugehörigkeit im Dax ist, dass ein Unternehmen beim Börsenwert mindestens auf Platz 40 der größten deutschen Firmen kommt. Im Leitfaden der Deutschen Börse heißt es: „Ein Indexwert, der in einem der beiden Kriterien Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung einen Rang höher als 40 aufweist, wird ersetzt [...].“ K+S liegt nach Berechnung der DZ Bank bei der Marktkapitalisierung genau auf Platz 40 – viel Spielraum bleibt also nicht mehr.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

Dabei hat K+S eigentlich genug andere Probleme: Die Preise für Kali, das wichtigste Produkt des Konzerns, könnten drastisch fallen, nachdem ein Konkurrent die Branche in Aufruhr versetzt hat. Uralkali, einer der Branchenführer, sagte einen Einbruch der Kalipreise um 25 Prozent auf 300 Dollar voraus. Gleichzeitig kündigte die Firma eine Allianz zum gemeinsamen Vertrieb der Produkte auf. Bislang hatte sich die Branche weitgehend abgestimmt. Die Russen wollen davon nichts mehr wissen, sie wollen künftig mehr Masse zu billigeren Preisen auf den Markt werfen. „Die neuen Preise werden kleinere Produzenten in der Branche belasten“, sagte Vladislav Baumgertner, Chef von Uralkali. Wer zu hohe Kosten habe, verschwinde von der Bildfläche.

Die Ankündigung klang nach einer Kriegserklärung – so wurde sie jedenfalls an der Börse verstanden. Weltweit sackten die Aktienkurse der Kaliproduzenten ab. K+S traf es besonders hart. Denn das Unternehmen aus Kassel produziert nicht besonders kostengünstig. Im Schnitt liegen die Produktionskosten bei K+S knapp unter 300 Dollar. Sollten die Preise tatsächlich so stark fallen wie von den Russen vorhergesagt, wären weite Teile der Produktion nicht mehr wirtschaftlich.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.08.2013, 17:37 Uhr

Erst wird der Aktienkurs gedrückt und dann wird K+S zu einem Schnäppchenpreis geschluckt.
Die Strategie von Uralkali ist doch zu erkennen...

Account gelöscht!

02.08.2013, 20:14 Uhr

Leider hat K+S keine Chance gegen Uralkali.

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