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14.01.2014

13:49 Uhr

Nach der Baseler Entscheidung

Diese Bankaktien haben profitiert

Kaum haben die Baseler Aufseher beschlossen, die Vorgaben zur Schuldenbremse bei Banken aufzuweichen, steigen europaweit die Aktien der großen Institute. Wer zu den Gewinnern auf dem Parkett zählt.

Gute Kunde aus Basel nach Frankfurt: Die Deutsche Bank ist einer der großen Profiteure der aufgeweichten Verschuldungsquote. Reuters

Gute Kunde aus Basel nach Frankfurt: Die Deutsche Bank ist einer der großen Profiteure der aufgeweichten Verschuldungsquote.

FrankfurtBankaktien waren am Montag die Gewinner an Europas Börsen. Der Index für die europäischen Banken stieg um bis zu 1,5 Prozent und notierte mit 205,47 Punkten auf dem höchsten Stand seit April 2011. Dax und EuroStoxx50 lagen jeweils knapp im Plus bei 9489 beziehungsweise 3105 Punkten. Grund für den Jubel: die sogenannte ‚Leverage Ratio‘ wird von Aufsehern künftig weniger streng ausgelegt als befürchtet.

Im Detail verlangen die Baseler Regulierer zwar weiterhin, dass das Eigenkapital der Banken mindestens drei Prozent ihrer bilanzierten Vermögenswerte beträgt. Doch können nun Derivate, etwa zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken, mit gleicher Laufzeit und gleichem Adressaten verrechnet werden. So wird die Bilanz kürzer – und mit weniger Eigenkapital kann die gleiche Quote erreicht werden. Auch gewisse außerbörsliche Geschäfte müssen nicht länger mit Eigenkapital hinterlegt werden.

„Von der veränderten Berechnung der Verschuldungsquote dürften die Investmentbanken am meisten profitieren“, schrieb Analyst Gary Greenwood von Shore Capital in einem Kommentar. Tatsächlich halten die großen Institute, allen voran die Deutsche Bank, in der Regel viele Derivate in der Bilanz. Der Unterschied zwischen den bisherigen Plänen und den neuen Vorschlägen fällt daher besonders groß aus.

Das steckt in Basel III

Konsequenz aus Finanzkrise

Die Basel III genannten Eigenkapitalregeln sind ein wesentliches Element der Reformen, die die wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) als Konsequenz aus der Finanzkrise eingeleitet haben. Der Begriff Basel III bezeichnet das Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Kapital- und Liquiditätsvorschriften

Die Bankenaufseher hatten die neuen globalen Kapital- und Liquiditätsvorschriften bereits im September 2010 vereinbart – jetzt geht es um die Umsetzung. Die Banken müssen die Regeln schrittweise von 2013 bis 2019 einhalten.

Mehr eigenes Kapital

Die zentrale Vorgabe lautet, dass Banken weltweit künftig mehr eigenes Kapital von besserer Qualität vorhalten müssen, um Risiken aus Kreditgeschäften absichern zu können. So soll vermieden werden, dass wieder die Steuerzahler mit Milliarden-Rettungshilfen einspringen müssen, wenn eine Bank in Schieflage gerät.

„Hartes“ und „weiches“ Kernkapital

Es gibt unterschiedliche Eigenkapitalformen. Zur Absicherung der Risiken ist aber vor allem das Kernkapital wichtig. Es gibt „hartes“ und „weiches“ Kernkapital, wobei in Turbulenzen und für die Stabilität das „harte“ Kernkapital entscheidend ist. Dieses besteht unter anderem aus eigenen Aktien der Bank und einbehaltenen Gewinnen – ist demnach Eigenkapital von höchster Qualität.

Kernkapitalquote

Die sogenannte Kernkapitalquote weist aus, wie viele mit Risiko behaftete Positionen - vor allem Kredite - durch eigenes Kernkapital abgedeckt sind, wie groß also letztlich der eigentliche Puffer ist.

Puffer für Konjunkturphasen

Die „harte“ Kernkapitalquote soll von jetzt zwei auf sieben Prozent steigen. Zusätzlich sollen künftig strengere Regeln gelten, was zum Kernkapital gezählt wird. Hinzu kommen weitere Puffer, um etwa das Auf und Ab von Konjunkturphasen zu dämpfen. Unterm Strich addieren sich die Eigenkapitalanforderungen auf 10,5 Prozent. Nationale Aufschläge sollen möglich sein.

So legten die Aktien des deutschen Branchenprimus nach den Verlautbarungen aus Basel denn auch um knapp vier Prozent zu und waren damit so teuer wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Daneben konnten auch die Schweizer UBS (plus 9,7 Prozent) und die britische Barclays (plus 2,8 Prozent) im montäglichen Handel mit Kursgewinnen punkten. Deutsche, UBS und Barclays führten zwischenzeitlich auch den europäischen Auswahlindex Stoxx50 an.

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