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17.08.2015

12:05 Uhr

Nach Explosion

Aktienkurs von Tianjin-Hafengesellschaft purzelt

Einige börsennotierte Firmen betreiben Terminals am Hafen von Tianjin. Die Aktie der Port Development Holdings war nach dem Unglück der Vorwoche zunächst vom Handel ausgesetzt. Am Montag gibt das Papier deutlich nach.

Die Aufklärung über die Gründe für die Explosion in Tianjin lässt auf sich warten – die Ausmaße der Zerstörung sind riesig. AFP

Schädenam Hafen von Tianjin

Die Aufklärung über die Gründe für die Explosion in Tianjin lässt auf sich warten – die Ausmaße der Zerstörung sind riesig.

SchanghaiDie Aktie des Hafenbetreibers Tianjin Port Development Holdings ist am Montag so stark gefallen wie zuletzt einmal im Jahr 2009, während die Folgen der Explosion der vergangenen Woche im Hafen von Tianjin noch nicht beseitigt sind. Die Opferzahl steigt weiter und die Behörden kämpfen, um die Ausbreitung giftiger Stoffe am Unglücksort zu verhindern.

Das Papier von Tianjin Port Development Holdings fiel am Montag bis zum Handelsschluss an der Börse von Hong Kong um 13 Prozent auf 1,40 Hong Kong Dollar (0,16 Euro), während der Hang-Seng-Index nur um 0,7 Prozent nachgab. Für das Papier des Versicherers China Life Insurance ging es um 1,6 Prozent nach unten. Chinesische Medien hatten berichtet, dass Versicherer möglicherweise bis zu 1,5 Milliarden Euro für Schäden zahlen müssten.

Tianjin Port Development Holdings ist einer von zwei bedeutenden Terminal-Betreibern im Hafen. Die andere Gesellschaft heißt sehr ähnlich – Tianjin Port. Die Tianjin-Port-Aktie büsste im Schanghaier Handel 1,3 Prozent ein, die der Versorgungsgesellschaft Tianjin Development Holdings 3,2 Prozent. Der Hafen von Tianjin ist der zehntgrößte Containerhafen der Welt und ein wichtiger Umschlagplatz für Rohstoffe wie Eisenerz, Kohle und Öl.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte es auf einem Gelände einer Logistikfirma in der Nähe des von Tianjin Port Development betriebenenn Fahrzeug-Terminals mehrere gigantische Explosionen gegeben. Am Unglücksort lagerte unter anderem der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge 700 Tonnen hochgiftiges Natriumcyanid.

„Es kommen mehr Informationen herein und der Markt ist besorgt, dass der Umschlag am Hafen von Tinajin in der nahen Zukunft sich nicht erholen könnte“, so Kenny Tang, Vorstandschef der Wertpapierfirma Jun Yang Securities in Hong Kong.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

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