Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2010

10:56 Uhr

Nach Goldman-Hochstufung

Die unheimliche Infineon-Rally geht weiter

Die Aktie von Infineon gehört zu den großen Gewinnern des vergangenen Jahres. Von 38 Cent ging es hinauf auf über vier Euro. Aus dem Pleitkandidaten ist ein Hoffnungsträger geworden. Geht es nach den Experten von Goldman Sachs, ist die Rally noch lange nicht vorbei.

Infineon-Chef Peter Bauer hat die Trendwende geschafft. Quelle: Reuters

Infineon-Chef Peter Bauer hat die Trendwende geschafft.

HB FRANKFURT. Eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs treibt die Aktie von Infineon an. Die Titel steigen um rund drei Prozent, nachdem sie am Vortag 1,8 Prozent auf 3,985 Euro verloren hatten. "Infineon bleibt eine unsere Kernideen unter den europäischen Technologiewerten", stellten die Analysten fest, die die Aktien auf ihre viel beachtete "conviction buy"-Liste nahmen. Der Ritterschlag für die Papiere des Chipherstellers.

Das Kursziel auf Sicht von 18 Monaten hoben die Analysten von 4,3 Euro auf sechs Euro. Zudem erhöhten sie ihre Gewinnschätzungen. Diese lägen nun über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten anderer Banken. Risiko sei unter anderem eine nur begrenzte Erholung im Auto- und Industriesektor.

Gute Nachrichten kommen auch von Nomura. Die Experten der japanischen Banken änderten ihre Einschätzung von "verkaufen" auf "halten".

Dabei ist es erstaunlich, dass das Unternehmen überhaupt im Dax vertreten ist. Vor wenigen Monaten galt der Chiphersteller als Pleitekandidat. Die Aktie fiel ins Bodenlose, Anfang März bis auf 38 Cent. Der Pennystock wurde aus der ersten Börsenliga verbannt und fortan nur noch im TecDax geführt.

Es gab zu diesem Zeitpunkt keinen ernst zu nehmenden Analysten, der die Aktie zum Kauf empfohlen hätte. Keiner hätte auf das fulminante Comeback gewettet. Tatsächlich gelang den Unternehmensbossen aber die Wende. Sie verkauften unrentable Geschäftsteile, verschafften sich Luft durch eine Kapitalerhöhung von 725 Mio. Euro. Die Nettoschulden in Höhe von 151 Mio. Euro wurden dadurch mehr als ausglichen.

An der Börse legte die Aktie in der Zeit zwischen März und dem heutigen Tag unglaubliche 700 Prozent zu. Seit September listet sie die Deutsche Börse wieder im Dax unter den größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Dass die Anleger angesichts dieser rasanten Performance ab und an Gewinne sichern wollen, ist verständlich. Sie verkaufen an Tagen mit guten Nachrichten. So wie heute.

Dabei untermauern die Zahlen zum dritten Quartal vor allem, dass das Geschäft wieder läuft. Endlich verbuchte das Unternehmen wieder einen kleinen Gewinn. Der Überschuss lag bei 14 Mio. Euro, nach einem Verlust von 763 Mio. im Jahr zuvor. Der Umsatz werde im neuen Geschäftsjahr wegen der hohen Nachfrage mindestens um zehn Prozent zulegen, teilte Infineon mit. In allen operativen Sparten werde es Fortschritte geben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×