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28.04.2011

12:07 Uhr

Nach Milliardengewinn

Aktie der Deutschen Bank springt nach oben

Josef Ackermann hat es seinen Kritikern gezeigt. Nach einem überraschend hohen Gewinn im ersten Quartal scheint sein Ziel von zehn Milliarden Euro Jahresgewinn realistisch. Anleger und Analysten feiern die Deutsche Bank.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat Grund zum Optimismus. Quelle: dapd

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat Grund zum Optimismus.

DüsseldorfAls Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Anfang Februar sein Gewinnziel für 2011 untermauerte, erntete er dafür Skepsis. Zehn Milliarden Euro vor Steuern stellte Ackermann in Aussicht. Analysten hielten acht Milliarden für realistischer. Denn der Vorstandschef von Deutschlands führender Bank hatte gleichzeitig für 2010 unter dem Strich enttäuschende Zahlen präsentiert. Die Anleger störte das allerdings wenig, die Aktie der Deutschen Bank stieg in Erwartung zukünftiger Erfolge deutlich an.

Drei Monate und eine kleine Kurskorrektur später, zeigt sich, dass die Börsianer vermutlich richtig lagen. Mit ihren Zahlen für das erste Quartal übertraf die Deutsche Bank alle Erwartungen. In den ersten drei Monaten verdiente sie bereits drei Millionen Euro vor Steuern. Jetzt erscheint Ackermanns Ziel gar nicht mehr so ambitioniert.

Entsprechend positiv ist die heutige Reaktion am Aktienmarkt. Mit einem Kursgewinn von bis zu fünf Prozent auf 43,90 Euro setzte sich die Deutsche Bank klar an die Spitze im Dax.

Deutsche Bank: Ackermann zeigt es den Skeptikern

Deutsche Bank

Ackermann zeigt es den Skeptikern

Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von drei Milliarden Euro eingefahren - weit mehr als erwartet. Bankchef Ackermann nimmt damit Kurs auf sein ehrgeiziges Jahresziel.

Auch bei den Analysten war von Skepsis nicht mehr viel zu spüren. „Die Deutsche Bank hat ihr Soll übererfüllt“, sagte Analyst Dieter Hein von Fairesearch. Für Georg Kanders von der WestLB sieht es nach dem „sehr guten Ergebnis“ mehr und mehr danach aus, als ob die Bank ihr Jahresziel von zehn Milliarden Euro erreichen kann. Zahlreiche Bankhäuser, darunter die DZ Bank und Keefe, Bruyette & Woods, bestätigten ihre Kaufempfehlungen für die Aktie.

Weiter zum Kauf rät auch Michael Dunst von der Commerzbank, der das Kursziel bei 53 Euro sieht. Alle operativen Geschäftsbereiche der Deutschen Bank hätten besser als erwartet abgeschnitten, schrieb er in einer Studie nach Vorlage der Zahlen. Vor allem aber das Investment-Banking und das Privatkundengeschäft hätten deutlich zugelegt.

Die Stärke im Investment-Banking gehört zu den positivsten Aspekten im Quartalsbericht der Bank. Die Sparte steuerte allein 2,6 Milliarden Euro zum Konzerngewinn bei. Damit schnitt die Deutsche Bank in dem Bereich deutlich besser ab als die Konkurrenz. Am Mittwoch hatten die britische Barclays und die Credit Suisse wegen Schwächen im Investment-Banking jeweils Gewinnrückgänge vermeldet.

Als ausgesprochen positiv bewerteten Analysten zudem die stark verbesserte Kapitalausstattung der Deutschen Bank. Die harte Kernkapitalquote (Core Tier-1) schnellte binnen drei Monaten von 8,7 auf 9,6 Prozent. Das dürfte Befürchtungen über einen zusätzlichen Kapitalbedarf zerstreuen, schrieb Analyst Michael Rohr von Silvia Quandt Research. Diese hatten die Deutsche-Bank-Aktie in den vergangenen Monaten immer wieder zurückgeworfen.

Unter dem Strich steht für das Papier seit Jahresanfang allerdings ein Plus von gut zwölf Prozent. Den Dax, der im gleichen Zeitraum 7,5 Prozent gewann, konnte die Deutsche Bank auf kurze Sicht damit abhängen. Schaut man länger zurück, hat die Aktie allerdings noch Nachholpotenzial. Vor gut einem Jahr kosteten Deutsche-Bank-Aktien noch 55 Euro. Dieses Niveau gaben viele Analysten in Studien der letzten Tage auch als mittelfristiges Kursziel an. Noch ein Stück optimistischer ist Matthew Clark von Keefe, Bruyette & Woods. Als größter Bulle unter den Deutsche-Bank-Beobachtern hält er einen Anstieg bis auf 59 Euro je Aktie für möglich.

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Kommentare (1)

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fhn

28.04.2011, 13:43 Uhr

Schreibfehler: In den ersten drei Monaten verdiente sie bereits drei Millionen Euro vor Steuern.

Es sind natürlich DREI MILLIARDEN gemeint.

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