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26.11.2015

18:17 Uhr

Nach Pleite

Pfleiderer nimmt Börsenpläne wieder auf

Und noch einmal: Nachdem der geplante Börsengang von Pfleiderer in Polen Ende Oktober scheiterte, versucht der bayerische Holzverarbeiter nun einen neuen Anlauf – und steckt seine Ziele deutlich niedriger.

Nach der Pfleiderer-Pleite 2012 übernahmen die Gläubiger den Konzern. Nun soll das Unternehmen wieder an die Börse. dpa

Gläubigerübernahme

Nach der Pfleiderer-Pleite 2012 übernahmen die Gläubiger den Konzern. Nun soll das Unternehmen wieder an die Börse.

FrankfurtDer bayerische Holzverarbeiter Pfleiderer nimmt in den nächsten Wochen einen neuen Anlauf zur Rückkehr an die Börse. Die Aktien werden beim zweiten Versuch billiger angeboten, wie Pfleiderer am Donnerstag in Neumarkt/Oberpfalz mitteilte. Einer der Gläubiger von Pfleiderer, der US-Finanzinvestor Strategic Value Partners (SVP), nimmt rund ein Drittel der angebotenen Aktien ab, um die Emission abzusichern. Durch die Aktienplatzierung soll Pfleiderer mit seiner in Warschau börsennotierten Tochter Pfleiderer Grajewo wieder zusammengeführt werden. Das erleichtert den Gläubigern, die den deutschen Mutterkonzern aus der Pleite gerettet hatten, den späteren Ausstieg.

Pfleiderer hatte die Platzierung Ende Oktober „aufgrund widriger Marktverhältnisse“ abgesagt. Polnische Investoren waren nicht bereit, die angebotenen Aktien des Holz-, Faserplatten- und Laminat-Herstellers innerhalb der Preisspanne von 27 bis 31 Zloty zu zeichnen. Nun bietet Pfleiderer Grajewo die Papiere zu 24 bis 26 Zloty an. An der Warschauer Börse notierten sie am Donnerstag bei 25,43 Zloty. Der Börsengang wird damit nur 740 Millionen Zloty (173 Millionen Euro) schwer, 160 Millionen Zloty kleiner als geplant. 490 Millionen Zloty davon gehen an Pfleiderer Grajewo. Damit soll vor allem die Übernahme der deutschen Pfleiderer finanziert werden.

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

Die deutsche Pfleiderer AG war 2012 in die Pleite gerutscht und von ihren Gläubigern übernommen worden. Diese hatten ihre Interessen in der Zweckgesellschaft Atlantik gebündelt. Diese reicht einen Teil ihrer Pfleiderer-Anteile nach dem Börsengang direkt an die Gläubiger weiter. Der Anteil von Atlantik an dem fusionierten Unternehmen sinkt damit auf 25 bis 33 Prozent.

Der Börsengang soll der Schlusspunkt der wirtschaftlichen Integration der beiden Pfleiderer-Unternehmen werden. Michael Wolf führt Pfleiderer und Pfleiderer Grajewo bereits seit Monaten in Personalunion. Beide Firmen zusammen kommen mit über 3000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von rund 960 Millionen Euro.

Von

rtr

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