Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.10.2013

16:17 Uhr

Nach Prognosesenkung

Börse straft Tiefbaukonzern Bauer ab

Die Prognosesenkung des Tiefbauspezialisten kommt Bauer teuer zu stehen. Die Aktie verlor zeitweise fast ein Fünftel ihres Wertes. Trotz allem: Der Konzern blickt optimistisch in die Zukunft.

Thomas Bauer hatte am Montagabend seine Prognose erneut gesenkt, weil ein Großprojekt in Jordanien weitere Probleme macht. dpa

Thomas Bauer hatte am Montagabend seine Prognose erneut gesenkt, weil ein Großprojekt in Jordanien weitere Probleme macht.

MünchenDer Tiefbauspezialist Bauer hat die erneute Senkung seiner Prognose und den Bruch einer Kreditvereinbarung mit heftigen Verlusten an der Börse bezahlt. Die Aktie verlor am Dienstag zeitweise fast ein Fünftel ihres Wertes und war der mit Abstand größte Verlierer im Kleinwerteindex SDax. Am Nachmittag war das Papier 18,20 Euro Wert, was einem Minus von rund 16,5 Prozent entspricht. Vorstandschef Thomas Bauer rechnete nach dem Bruch der Kreditauflagen (Covenants) nicht mit großen Problemen mit den Banken. „Ja, es wird etwas Geld kosten. Sie werden etwas Geld wollen.“ Die genauen Auswirkungen auf die Finanzierungskosten seien allerdings noch unklar.

Verletzt ein Unternehmen die mit den Banken vereinbarten Kreditvereinbarungen, können die Geldhäuser die Darlehen vorzeitig kündigen. Bei Bauer könnten so 200 Millionen Euro fällig werden. Der Vorstandschef rechnet aber nicht damit, dass es soweit kommt. Er habe von einigen Instituten bereits die Rückmeldung bekommen, dass sie vernünftig damit umgingen.

Bauer hatte am Montagabend seine Prognose erneut gesenkt, weil ein Großprojekt in Jordanien weitere Probleme macht. Der Konzern aus dem bayerischen Schrobenhausen erwartet jetzt für 2013 einen Nettoverlust von etwa 20 Millionen Euro. Die mit den Banken vereinbarten Bedingungen können deshalb nicht eingehalten werden. „Wir haben ein Covenant für ein Jahr gebrochen“, sagte Bauer. In einem risikoreichen Geschäft wie dem Bau sei der Flop eines Projekts nicht ungewöhnlich. Ähnliche Risiken wie in Jordanien gebe es nicht. Langfristig habe der Konzern jedoch gute Perspektiven. 2014 solle wieder „ein viel besseres Jahr werden“. Dann würden auch die Kreditauflagen wieder eingehalten. Equinet-Analyst Holger Schmidt wertete die erneute Prognosesenkung als einen weiteren Rückschlag für die Glaubwürdigkeit, da die Bayern bereits mehrmals ihre eigenen Ziele verpasst haben.

Über die Folgen des Covenant-Bruchs will Bauer mit seinen zehn bis 20 Gläubigerbanken in den nächsten Tagen sprechen. Der Vorstandsvorsitzende ging nicht davon aus, dass der Finanzierungsanteil, für den künftig höhere Zinsen fällig werden, groß sein wird oder gar den Gewinn für 2014 schmälert.

Zum geplanten Sparprogramm sagte Bauer, alle Kosten kämen auf den Prüfstand. Einige kleinere Geschäfte, etwa in Kolumbien oder Algerien, würden aufgegeben. Dies habe aber keine Auswirkungen auf den Umsatz, der im nächsten Jahr weiter steigen soll. Außerdem soll die Zahl der Mitarbeiter sinken.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×