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22.09.2015

15:11 Uhr

Nach Schaeffler, Covestro und Scout24

Auch Xella geht im Oktober an die Börse

Mit Scout24, Covestro und Schaeffler stehen schon milliardenschwere Börsengänge auf der Oktober-Agenda. Nun reiht sich auch Xella ein: Der Baustoffkonzern strebt ein Emissionsvolumen von 600 Millionen Euro an.

Die ehemalige Haniel-Tochter mit ihren rund 6800 Mitarbeitern könnte bei dem Börsengang mit bis zu 2,5 Milliarden Euro bewertet werden. dpa - picture-alliance

Xella-Zentrale in Duisburg

Die ehemalige Haniel-Tochter mit ihren rund 6800 Mitarbeitern könnte bei dem Börsengang mit bis zu 2,5 Milliarden Euro bewertet werden.

FrankfurtDer Frankfurter Börse steht ein heißer Herbst bevor: Nach Schaeffler, Covestro und Scout24 reiht sich nun der Baustoffkonzern Xella in die für Oktober erwarteten milliardenschweren Neuemissionen ein. Das für „Ytong“-Porenbeton bekannte Unternehmen gab seine Börsenpläne am Dienstag bekannt. In der Regel dauert es ab dann noch etwa vier Wochen bis zur Erstnotiz der Aktie.

Insidern zufolge strebt Xella ein Emissionsvolumen von rund 600 Millionen Euro an. 40 Prozent der Aktien sollen künftig frei handelbar sein, wie mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Xella wollte sich dazu nicht äußern.

„Mit dem Börsengang erweitern wir unsere Möglichkeiten, den eingeschlagenen Wachstumspfad erfolgreich fortsetzen zu können“, sagte Xella-Chef Jan Buck-Emden. Der gewählte Zeitpunkt sei für Xella günstig, da sich in der Baubranche in vielen europäischen Ländern eine Erholung abzeichne. „Von diesen positiven Entwicklungen wollen wir noch stärker profitieren“, sagte Buck-Emden. Mit den Geldern aus dem Börsengang wollen die Duisburger vor allem ihre Schulden abbauen. „Dadurch können wir den finanziellen Spielraum erhöhen, um unsere eingeschlagene Wachstumsstrategie erfolgreich fortzusetzen“, sagte Buck-Emden.

Das Angebot wird sowohl neu auszugebende Aktien aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von rund 200 Millionen Euro als auch Anteile aus dem Besitz der gegenwärtigen Gesellschafter – den Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs – umfassen. Angestrebt wird eine Platzierung im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Xella erwirtschaftet rund zwei Drittel seines Umsatzes mit Baumaterialien unter Marken wie Ytong, Hebel und Silka. Im ersten Halbjahr 2015 lag der Umsatz mit 638 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Das Ebitda stieg um elf Prozent auf 116 Millionen Euro

Xella ist der vierte milliardenschwere Börsengang, der nun für Oktober auf der Agenda steht. Am 1. Oktober sollen die Aktien des Internet-Kleinanzeigenportals Scout24 erstmals gehandelt werden, die Bayer-Kunststoffsparte Covestro soll einen Tag später folgen. Der Autozulieferer Schaeffler hat sich sein Debüt für den 5. Oktober vorgenommen und plant Kreisen zufolge ein Emissionsvolumen von mehr als 2,5 Milliarden Euro. Scout24 will bis zu 1,6 Milliarden Euro erlösen, Covestro 2,5 Milliarden Euro.

Reuters hatte ursprünglich von einem Emissionsvolumen von einer Milliarde Euro berichtet und diese Zahl anschließend auf 600 Millionen Euro korrigiert.

Von

rtr

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