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14.12.2011

10:27 Uhr

Nach Solon-Pleite

Anleger flüchten aus Solarwerten

Nach der Pleite des Solarmodul-Hersteller Solon brechen die Aktien des Unternehmens um über 60 Prozent ein. Die Konkurrenten aus der Solarbranche reißt das Unternehmen mit in die Tiefe.

Die Fläche einer Photovoltaikanlage der Firma Solon. dpa

Die Fläche einer Photovoltaikanlage der Firma Solon.

DüsseldorfDie Berliner Solon AG, einst Vorzeigefirma der deutschen Solarbranche, ist pleite. Nach monatelangem Ringen mit den Banken räumte der vor 15 Jahren gegründete Solarmodulhersteller nun das Scheitern der Verhandlungen ein und beantragte Insolvenz für seine deutschen Niederlassungen. Das Vertrauen der Anleger in die Solarwerte wurde am Mittwoch damit erneut erschüttert: Während die Solon-Aktien um über 60 Prozent auf das Jahrestief von 33 Cent einbrachen, verloren Solarworld knapp drei Prozent, die defizitären Q-Cells und Conergy je vier Prozent. Die Pleite des mit über 400 Millionen Euro verschuldeten Unternehmens komme zwar nicht überraschend, sei aber dennoch ein Belastungsfaktor, sagte ein Börsianer.

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Solon beschäftigt in Deutschland, Italien und den USA insgesamt 800 Mitarbeiter. Von der Insolvenz betroffen seien die deutschen Gesellschaften mit rund 530 Beschäftigten, erklärte eine Sprecherin. Solon hatte am Dienstagabend mitgeteilt, die Verhandlungen mit den finanzierenden Banken und den Bürgen seien gescheitert. Solon werde daher nun die Möglichkeiten zur Restrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens nutzen.

Solon war bereits 2009 infolge des Preisverfalls für Solarmodule in die Bredouille geraten und hatte im Jahr darauf nur über eine Staatsbürgschaft neue Kreditzusagen erhalten. Der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern gewährten insgesamt 146 Millionen Euro an Ausfallbürgschaft. Solon geriet dennoch immer weiter in den Strudel der Branchenkrise: Preisverfall und Abschreibungen sorgten in den ersten neun Monaten 2011 für einen Nettoverlust von über 200 Millionen Euro und ein negatives Eigenkapital von 103 Millionen.

Von

rtr

Kommentare (13)

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Rene

14.12.2011, 11:40 Uhr

Es ist schockierend.

Seit wann sind staatliche Subventionspolitk hinderlich für den Markt. Eine völlig neue Erkenntnis.

Aber ich würde sagen, die Banken sind schuld...Und niemals die rot-grüne Politik.

Politikverdrossen

14.12.2011, 12:11 Uhr

"Der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern gewährten [2009] insgesamt 146 Millionen Euro an Ausfallbürgschaft."

.. um 530 Arbeitsplätze zwei Jahre lang zu erhalten. Macht 275.000 Euro pro Arbeitsplatz...

... Willkommen in der sozialistischen Marktwirtschaft !

Account gelöscht!

14.12.2011, 13:39 Uhr

Tja, ist schon schwer ein Unternehmen mit Weitsicht und Können zu führen. Hinzu kommt, daß diese Unternehmer immer mehr dazu neigen, daß, wenn es nicht erfolgreich ist, man zur Not eine Pleite hinlegen oder Staatshilfen einfordern kann. Bis dahin haben diese sich durch unangemessene Gehälter und sonstige Zahlungen persönlich schon satt gemacht. Haftung? Fehlanzeige, weil nicht nachweisbar.

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